könne. Nug. Niemals kann sie ein Ucbel seyn, glaubeich, falls nicht Lurch eine WortvcrwcchSlnng Erfah-rung für Wissenschaft genommen wird: denn dieErfahrung ist nicht immer gut, zumal ja auch die Stra-fen Gegenstände der Erfahrung sind. Wie sollte aberdie Wissenschaft, im eigentlichen und reinen Sinn desWortes, welche unmittelbar aus der Vernunft und dergeistigen Anschauung entspringt, ein Ucbel seyn kön-nen? Evod. Ich fasse auch diesen Unterschied; fahreweiter.
VIII.
Aug. Ich will eigentlich sagen: was immer jenesEtwas sey, welches den Menschen über die Thicre er-hebet, heiße cs Gcmüth, oder Geist, oder, wie wirin den heiligen Schriften eS finden, bald Gemüth,bald Geist, wo dieses Etwas vorherrschet, und dieübrigen Bcstandthcile des Menschen beherrschet, ist dievollkommenste Ordnung im Menschen. Denn wir habenaugenscheinlich nicht nur mit den Thieren, sondern selbstmit den Gesträuchen und Pflanzen vieles gemeinschaft-lich ; sich nähren, wachsen, zeugen, sich entwickeln,können auch die Pflanzen auf der niedersten Stufe desLebens: das Gesicht und das Gehör, der Geruch, derGeschmack und der Sinn des GctasteS sind nicht wenigerden Thieren eigen; die meisten Thicre haben sogarschärfere Sinne, als wir Menschen. Was' die Kräften,