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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
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Aug. Wer also weiß, daß erlebe, muß Vernunfthaben? Evod. Ganz richtig. Ang. Die Thiere aberleben, und haben doch dem Vorigen zufolge keine Ver-nunft. E v o d. Augenscheinlich. Aug-Sieh also, wiedu nun schon weißt, was du früher nicht zu wissenVorgabe??, daß nämlich nicht jedes' lebende Wesen umsein Leben wisse, obwohl umgekehrt jedes Wesen, wel-ches um sein Leben weiß, nothwcndig lebt. Evod.Wirklich weiß ich nun dieses'; schreite also vorwärts aufdem cingcschlagenen Wege; denn mir ist einleuchtendgenug, daß etwas' anderes' sey, das' Leben, und etwasanderes, die Erkenntniß seines Lebens. Ang.Welches aus' diesen beiden scheint dir vortrefflicher?Evod. Warum nicht die Erkenntniß des Lebens' ? A u g.Scheint dir dann die Erkenntniß des Lebens vortrcfli-chcr zu scyn, als das Leben selbst? oder siehst du viel-leicht ein, daß das Wissen de§ Lebens' nur ein höheresund reineres Leben sey, ein Leben, welches nur durchgeistige AnschanuKg erfasset werden kann? Was istaber die geistige Anschauung anderes, als einhcllcrleuchtcndes und vollkommenes Licht vom Leben desGeistes? Du hast also, falls ich dich recht verstandenhabe, nicht etwa eine Eigenschaft des Lebens dem Lebenselbst, sondern ein besseres Leben dem weniger gutenvorgeseht. Evod. Wirklich hast du meinen Gedanken >ganz durchschaut, und sehr gut erläutert: doch nur unterder Voraussetzung, daß die Wissenschaft kein Nebel scyn ^