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Aug. Wenn also eines solchen Verlangens wegen derDiener seinen Herrn tödet/ so ist der Grund solch ei-nes Mordes ein schuldloses Verlangen; deßwcgcn sehenwir noch nicht ein / warum eine solche That böse sey;denn wir gicngcn ja von dem Grundsatz aus/ das Bösealler und jeder Uebclthat sey nichts anderes/ als dieLust/ d. i. / eine unstatthafte Begierlichkeit.Evod. Mir scheint wirklich/ ein solcher werde mit Un-recht verurtheilt. Indessen würde ich dieses nicht sage»/wenn ich eine andere Antwort zu geben wußte. Aug.Hieltest du dich überzeugt/ ein so großes Laster sey nichtstrafbar / bevor du überlegtest/ ob ein Diener dieser Artnicht etwa von der Furcht seines Herrn bcfreyt zu wer-den wünsche/ um ungebundener und ohne Furcht lebenzu können? Denn nicht nur die guten/ sondern auchböse Menschen wünschen/ ohne Furcht leben zu können.Doch aber ist zwischen ihnen dieser Unterschied; dieGuten wünschen dies'/ indem sie aufhörcn nach Dingenzu streben/ welche ohne Gefahr des Verlustes nie beses-sen werben; die Bösen aber gerade um solche Dingeungestört gcniessen zu können; deßhalb trachten die bö-sen Menschen jedes Hinderniß solch eines Genusses zuentfernen/ und führen ein lasterhaftes und schändlichesLeben/ ein Leben/ welches eigentlich Tod genannt wer-den sollte. Evod. Ich verstehe und freue mich endlich garsehr der deutlichsten Einsicht/ worinn daS Böse der sträfli-chen Begierlichkeit bestehe/ welche Lust heißt. Offenbar