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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
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nicht leiden möchte. Ang. Aber wie/ wenn jemand da-ran Lust Hütte/ seine Frau einem andern preiSzugebcn/und eS gern sehe/ wenn sie von ihm geschändet würde/weil er hiedurch ein gegenseitiges Recht auf die Fraudieses Andern zu erhalten wünschte / würde dann in die-sem Falle der Ehebruch aufhörcn ein Nebel zu seyn?Evod. Keineswegs; eines der größten Uebel würde erseyn. Ang. Aber/ nicht nach deinem ausgestellten Grund-sätze: denn eS geschähe ja nur/ wa-S der Thäter/ sichselbst zu thun einem andern gestatten würde. Du mußtfolglich einen andern Grund aufsuchen/ aus dem cin-leuchtet/ warum der Ehebruch ein Uebel scy. Evod.Ich halte ihn dcßwcgcn für ein Uebel/ weil ich ofr sah/daß Menschen dieses Verbrechens wegen verurthcilt wor-den sind. Ang. Aber sind noch niemals Menschen gu-ter Thaten wegen verurthcilt worden? Durchgehe doch/um andere Bücher nicht zu nennen/ die heilige Schrift/welche göttliches Ansehen hat/ und sage/ was für eineMeinung / falls uns die Todesstrafe sicherer Beweis ei-ncr Uebelthat wäre / wir von den Aposteln und allenMärtyrern haben müßten / zumal ja alle ihres Bekennt-nisses wegen diese verdient zu haben / erachtet wordensind. Wenn demnach/ was immerhin vcrnrtheilt iwird/eine Uebelthat ist/ so mußte in damaliger Zeit eS aucheine Uebelthat gewesen seyn/ an Christum zu glauben/und diesen seinen Glauben zu bekennen. Wenn abernicht alles Uebelthat ist/ wa§ vcrurtheilt wird / so mußt