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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
22
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hältst doch das Verstehen für etwas schlechthin Gutes?Evod. Ja/ und zwar für das vortrcflichste unter allenGütern des Mensche»/ ein Gut/ welches in keinem Falleein Nebel genannt werden kann. Aug. Wie aber / hältstdu dafür/ eS habe Jemand gelernt/ wenn er durch dieLehre nicht zum Verstehen gelangt ist? Evod. Durch-aus nicht. Aug. Wenn aber jedes Verstehen ein Gutist/ und wer nicht zum Verständniß kommt/ auch nichtlernet/ handelt offenbar jeder Lernende gut: denn werimmer lernet/ gelangt zum Verständniß/ und wer zumVerständniß gelangt/ thut gut; folglich ist die Frage/ werUrheber des Gutesthu n sey/ im Grunde keine andereFrage/ als wer Urheber einer Lehre sey. Höre dem-nach auf/ nach dem Lehrer der Ucbcl zu fragen/ zumalLehrer und Uebcl einander nothwcndig ausschliessen:denn wer böse ist/ ist/ als solcher/ nicht Lehrer/ und werLehrer ist/ ist/ als solcher/ nicht böse.

II.

Evod. Wohlan denn/ wenn ich doch zugeben muß/daß wir Uebclthun nicht lernen/ woher dann unsereUcbclthaten? Aug. Du wirfst eine Frage auf/ welchemich schon in früher Jugend sehr beunruhiget/ und/nachdem sie lange mich geplagt und endlich ermüdethatte/ zu den Häretikern mich Hintrieb/ und in ihreJrrthümcr verstriktc. Dieses Schiksal hat mir so vieleLeiden gebracht / und unter einen solchen Schutt nichtiger