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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
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ihr Daseyn noch behauptet/ ohne im eigentlichen Sinnezu leben / zumal der Seele eigentliches Leben nur derGeist Gottes ist; der Leib aber getrennt von der bele-benden Seele sich/ als Gebilde/ als Organismus nichtzu behaupten vermag/ sondern zum Staube wird/ ausdem er ursprünglich gebildet wurde.

Die Seele des' Menschen hat eine zwey fache Be-ziehung ; zur äußern und nieder» Sinnen-Welt/ und zur inner» und höhern Gcister-welt; daher auch eine zwcyfache Empfänglich-keit; für die Erscheinungen jener vermittelsder fünf Sinne des Leibes; für die Einwirkun-gen und Offenbarung dieser vermittels des Gc-mütheS. Das Gemüth ist jener lauterste und vor-treflichste Bestandtheil der Seele/ durch welchen dieErkenntniß und die Thätigkeit/ die Wissenschaften undKünste/ Tugend und Religion bedingt werden; einBestandtheil/ oder eine Eigenschaft/ ein Vermögender Seele/ in dem der Mensch Zutritt findet zu Gott.Ein grosses und seltenes Vermögen hat die Seele/ sagtAugustinus im cilften Kapitel des cilften Buches zurStadt Gottes/ vermittels der Kraft des GemütheS/nicht nur über die Wandelbarkeit des' geschaffenen sinn-lichen und unsinnlichen Weltalls' hinaus/ sondern biszur unwandelbaren Wesenheit Gottes' empor zu dringenund von Gott wahrzunchmcn/ wie alle Geschöpfe vonIhm verschieden/ jedoch nur von Ihm geschaffen scycn.