XIV
welche überall nur Gutes sicht / und dem Bösen garkeinen Raum verstauet, ihn halte befriedigen undberuhigen können. Er sah bald, von einem Extremmir zum andern, und von einem Irrthum in dieArme gleichsam des andern sich geworfen, und be-klagt mit Wchmuth LeS Herzens die damalige Umruhe und die Qualen einer in ihm ganz vorhcrr.sehend gewordenen Zweifclsncht.
Die uneigennützige und treue Liebe zur Wahr-heit, verbunden mit dem ernsthaftesten Nachdenkenund mühevollsten Forschen blieb aber nicht unbe.lohnt; das Licht der ewigen Sonne bestrahlte dieAugen eines Geistes, der mit so heißem Hungernach Wahrheit rang: und in diesem Licht erkannteAugustin das Wesen Gottes und das Wesen derDinge; erkannte das Gute und erkannte zugleichauch das Bose, wie ihr gegenseitiges Verhältniß,welchem gemäß Gott, als Schöpfer, Erhalter undLenker aller Dinge, im Bösen sowohl, als im Gutenpreiswürdig erscheint. Unter stets wachsender Be-wundcrmig der unendlichen Weisheit, Güte undGerechtigkeit Gottes, oder der Eigenschaften GotteS ,von welcher, auf unverkennbare Weise, alle Dingeder Natur und alle Begebenheiten der Geschichte