Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

245

§. i5.

Saturn biethet uns aber noch eine andere merkwürdige Er-scheinung dar, einen dünnen und breiten Ring, der den Saturnringsum frey umgibt.. Da die Neigung der Ebene der Ekliptik ge-gen die Ebene dieses Ringes nahe

° 4o' »

so zeigt er sich den Bewohnern der Erde in einer schiefen Lageoder unter der Gestalt einer Ellipse. Ist a die halbe grosse, b diehalbe kleine Axe dieser Ellipse, £~{ und-n die Länge des aufstei-genden Knotens des Ringes, und die Neigung desselben in Bezie-hung auf die Ekliptik, endlich

ß

die geocentrische Länge und Breite Saturns, so hat man nach§. i5 für die Gestalt des Ringes

II = Sin n Cos ß Sinit) -f- Sin ß Cos n

a

Ist ^ negativ, so ist die Nordseite des Ringes gegen die Erde

a

gekehrt.

Ist aber 1 b die heliocentrische Länge und Breite des Ringes,so ist eben so lur die aus der Sonne gesehene Gestalt desRings

_Il = Sin n Cos b Sin ((Ti1)-)- Sinb Cosnü'

und negativ, wenn die Nordseite des Ringes von der Sonne

ft'

beleuchtet ist.

Der Ring verschwindet also, oder er zeigt sich wenigstensdurch sehr starke Teleskope nur mehr als eine gerade Linie,

erstens, wenn

b = o weil Sin (A= tg ß Cotg n

und diese Gleichung zeigt, dass in diesem Falle die erweiterteEbene des Ringes durch den Mittclpunct der Erde geht. Der Ringverschwindet aber auch

zweytens, wenn wieder

b' o weil Sin (1 ££) = tg b Colg n

oder wenn seine erweiterte Ebene durch die Sonne geht. Endlichverschwindet der Ring noch, wenn b und b' entgegengesetzte Zei-chen haben, weil dann die von der Sonne beleuchtete Seite desRinges von der Erde abgekehrt ist. Ist

Q *