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2 (1821)
Entstehung
Seite
19
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Annahme der einen oder der anderen dieser beyden Hypothesenvorzugsweise bestimmen könnte; vielmehr hängt diese Wahl, solange wir bloss bey jenen Erscheinungen stehen bleiben, alleinvon unserer Willklihr ab, und erst andere, mit diesen Erschei-nungen selbst nicht unmittelbar zusammenhängende Gründe wer-den die Wahrheit oder den Irrthuin der getroffenen Wahl darthunkönnen. Die Richtigkeit der gegenwärtigen Annahme, einer sichjährlich um die Sonne, und täglich um sich selbst bewegendenErde, hat schon im ersten Theile dieses Werkes mehrere Bestä-tigungen erhalten: so würfle die dort aufgestellte Theorie derAberration des Lichts, welche sowohl mit den Beobachtungenharmonirt, ohne dieser Voraussetzung nicht zugelassen werdenkönnen, und sie wird in der Folge noch mehr bestätiget werden.Da überhaupt diese Überzeugung schon längst ohne Widerstandselbst bis zu dem gemeinen Manne vorgedrungen ist, so scheintes dem Zustande der Wissenschaft nicht mehr angemessen , sichden Irrthiimcrn verflossener Jahrhunderte anzuschliessen , und voneiner bereits lange als irrig erkannten Meinung sich erst nach undnach mühsam zu einer schon allgemein angenommenen Wahr-heit zu erheben; ein Verfahren , welches wohl in die Geschichte,aber nicht in das System der Wissenschaft gehört.

1 §. 2 .

Die Beobachtungen der Reclascension und Declinatiön derSonne geben uns , wie wir im ersten Theile gesehen haben , dieLage der Ebene , in welcher sich die Sonne, oder nach dem vor-hergehenden , die Erde bewegt. Ist die beobachtete Rectascensionund Declinalion der Sonne a und < 5 , so wird man daraus die ausder Sonne gesehene Rectascension A und Declinatiön D der Erdeableiten, wenn man die Rectascension der Sonne um 180 Gradevermehrt, und ihre Declinatiön mit veränderten Zeichen nimmt,oder es wird seyn A = a-j- i8u und D =6. Wie soll man aberdie krumme Linie in dieser Ebene finden, in welcher sich derMittelpunct der Erde in der That bewegt? Dazu muss man of-fenbar die Entfernung dieser beyden Gestirne von einander zuverschiedenen Zeiten kennen.

Das einfachste Mittel , zu diesen Entfernungen zu gelangen ,gibt uns die Beobachtung des Durchmessers der Sonne.

Wenn die scheinbaren Durchmesser der Sonne und auch ihreGeschwindigkeiten (d. h. ihre täglichen Bewegungen in Länge)alle Tage des Jahres einander gleich wären , so würde daraus fol-gen, dass die Bahn der Sonne ein Kreis ist, in deren Mittelpunctdie Erde ruht , wenn man dem gemeinen Sprachgebrauche folgt,oder eigentlich, dass die Bahn der Erde ein Kreis ist, in derenMillelpuncte die Sonne ruht. Allein die Beobachtungen zeigen,dassbeyde , Durchmesser und Geschwindigkeitder Sonne, sich än-dern , und dass sie in zwey einander entgegengesetzten Punctenzugleich ihren grössten und ihren kleinsten Werth erhalten, so

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