Druckschrift 
Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
Entstehung
Seite
194
Einzelbild herunterladen
 

194

will, ihn umgefliirzt findet. Das könnte freilich auch an das Schickfaldes Philiftäer Götzen Dagon anknüpfen (i. Sam. 5, 3 ff.); aber immerhinbedeutfam vernimmt der König dabei die Stimme: „Die Warheit wirderfclieinen und der Wan zerrinnen.“ In näherem Zufammenhange abermit unferer Sage fleht es unzweifelhaft, wenn berichtet wird, dafs in derNacht, da Mofes geboren wurde, alle Götzenbilder Egyptens umge-ftiirzt feien. Vergleiche: Weil, biblifche Legenden der MufelmännerS. 134 mit S. 48 f. — Für Ilenoch entfchied fchon die Grundflelle1. Mofe 5, 24, vergleiche die Wertung als Profet: Epifl. Judä v. 14,eine Stelle, bei der das Buch Henoch zugleich fchon Traditionsquellevertritt; vergleiche meine Differta tion: Petri de Chrifti ad inferos de-scensu sententia. Leipzig 1858. — Bei Elias entfchied nicht minder dieTodesart und fchon fein Widererfcheinen auf Tabor neben der Erwartungneuer Erfcheinung vor dem*Ende. Die Zweizahl der Zeugen: Offenb.Joh. 19. 20 lud endlich direct zur Verbindung beider ein. Im Evangel.Nicod. (f. oben) werden fie fchon vereint gewertet.

148) Vergleiche Hoffmann Fundgrubenil. 241 mit W. Wacker-nagel Gefchichte der deutfchen Lit. Bafel 1843 (II) S. 302.

149) Wackernagel a.a.O.300 vgl.303.306. Je näher dem 15. Jahr-hundert, je mehr überwuchert der Dialog. Ift das Auctoritätenfpiel eineParallele zur Homiletik, fo find diefe dialogifchen Streitgedichte eineAnalogie zu der Entwicklung des katechet. Dialoges; vergleiche meineKatechetik II, 2 S. 16 ff. — Bis zu welcher Gewandtheit fich übrigensfchon im 15. Jahrhundert der Dialog entwickelt hatte, zeigt das Nieder-deutfche Schaufpiel Theophilus, das bedeutendfle' unter allen mittel-alterlichen Dramen und eine Art Vorgang fürGöthes Faufl; vergleicheHoffmann von Fallersleben, Theophilus... Erfter Druck. Hannover 1853.

150) (S. 102.) Vergleiche Wilken a. a. O. 152. Auch von dieferEntdeckung hofft W. mit einer unglücklichen Verbiffenheit Beweife dafür,dafs unfer Antichriflfpiel erfl dem 13. Jahrhundert entflammt fei.

151) Der betreffende Codex (lat. 17,404 mit der Bezeichnung: „isteliber est dominorum de Scliyren“) ifl fo voluminös, dafs feine VerfendungSchwierigkeiten hatte. Deshalb wurde mir eine revidierte Abfchrift zu-gefchickt. Voraus geht im Manufcripte Josephi historiographi de bellojudaico. Dem folgt Fol. 302, col. a.: „Rithmus de versu: Misericordiaet veritas obviaverunt sibi: Iusticia et pax osculatae sunt.“ — Das Ganzeverläuft in 59 vierzeiligen Strafen; mit der Unterfclirift am Schlufs:„Qui librum scripsit multum sudavit et alsit. Prospicietur ei Deus et piavirgo Maria „A: M: E: NA — Ueber Conrad von Schyren, der nichtmit Unrecht als Schreiber auch diefes umfangreichen Opus gerümt wird,