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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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und mehr bei Fabricius a. a. O. 274. — Das Urteil ift fehr unficher,und jedenfalls wäre die AbfalTung einer solchen Schrift nur als Tendenzund Rechnung auf die kail'erliche Leichtgläubigkeit zu begreifen. Unterdiefen Umftänden (f. u.) aber wäre freilich alles möglich.

120) Wie bedenklich es überhaupt mit den Traditionen über denMärtyrer Methodius fteht, darauf hat fchon Tülemont hingewiefen, unddie Verfaffer der Acta S.S. tragen kein Bedenken den Zweifeln über dieIdentität eines Methodius von Tyrus und Bifchof von Patara refp. Olympiaweiteren Ausdruck zu geben, wobei immer noch ein episcopus Myrensisgleichen Namens aufser Rechnung bleibt. Vgl. a. a. O. Sept V, 772 f. —Fragen, die auch Alb. Jahn in feiner fonft vortrefflichen Ausgabe derSchriften des Methodius „Martyr“ (Halle 1865) zu leicht genommen hatS. 1 f. — Als Märtyrer foll diefer Methodius 312 unter Diokletian ge-ftorben fein. Das Alles bleibt disputabel; nur über die echten Schriftendes älteren Methodius beileht kein Zweifel, vgl. auch die Ausgabe vonMigne Ser. gr. 18. — Unter feinen Schriften wird aber fälfchlich nichtnur auch einer Apokalypfe gedacht (vgl. Fabricius a. a. O. 270); fonderndaneben liegen Anfürungen wie die „de pythonissa“ vor (f. fchon beiFreculph, Bibi. max. XIV, 1172, der auch nicht verfehlt hinzuzu-fetzen; „et multa alia, quae vulgo lectantur“). — Ebenfo citiertHonor. Augustodunensis (Bibi. PP. max. 20, 1031) als Schriften desMethodius martyr; „contra orientem et adversus eum de Pythonissa“. —Die Frage mufs auch infofern noch als eine durchaus offene behandeltwerden, als die Nachforfchung in den Bibliotheken fleh diefen Schriftenbisher noch gar nicht ernftlich zugewandt hat. Mein Schwager, ProfefforCaspari in Chriftiania, hat erft in jüngfter Zeit wieder ein ungedrucktesFragment, wahrfcheinlich aus nsyl avnaxäaewc, in Moskau aufgefun-den. Für unfre Specialfrage enthält es nichts. — Dagegen ift das fchonlänger bekannte Fragment aus einer Homilie de cruce, das Mignd undJahn mitteilen, zweifellos fuspect, indem der Verf. diefer Homilie bereitsdas labarum als Heerzeichen unter Conftantin kennt, wärend der MärtyrerMethodius doch 312 fchon geftorben fein foll. Auch die Bruchftückedie dem Method. Conf. zugefchrieben werden, befchäftigen fich mit Vor-liebe mit dem heil. Kreuze.

121) (S. 73.) In dem oben cit. Berichte des Conft. Manasse heifstes: „quidam ex proceribus et cubiculariis“ hätten den Kaifer auf den ge-fangenen Methodius und feine erftaunliche Gelehrfamkeit aufmerkfam ge-macht; und verräterifch genug fteht dabei: man wifse nicht, ob ausgöttlicher Infpiration oder „clandestinum amorem alens“. — Die Troftfchriftvon 1494 ift: der fchon citierte Tractatus de Tureis. S. die Stelle dort