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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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Die Deutung auf die Tartaren gehört natürlich einer viel fpäteren Zeitan; aber mufste, da man ihr fiegesgewaltiges Vordringen bei Methodiusfchon geweiffagt fand, das Anfehen feiner Profetie um fo höher fleigern.Vgl. mit der oben citierten Stelle aus Matthäus von Weftminfter (Anm. 77):Rolewink, fasciculus temporum a. a O. S. 547. — Für die frühereZeit genügt es auf die Bedrohungen zu verweifen, die Byzanz der Reihenach von den Bulgaren, Chazaren, Ruffen, Ungarn u. A. vom Nordenher erfuhr. — In der Hiftoria miscella finden fich Schilderungen dieferVölker und des Schreckens vor ihnen in Byzanz, die ganz zu des Me-thodius Schilderung ftimmen: a. a. O. 1056. Aber auf ein vaticinium expost ift grade bei diefer Partie des Methodius nicht eben zu raten. Dieallgemeinen Vorausfetzungen boten die bibl. Weiflagungen, zuletzt Apok.20, 10. Dem entfprechend treten aber diefe Völker auch bei Methodius erftin der letzten Kataftrofe zum Gericht über neu hereingebrochene Sicherheitder Chriften auf; und nach dem Wortlaut dort (p. 112) mufs man an-nemen, dafs diefe Mächte nur durch ein unmittelbares Eingreifen Gottesrefp. durch Engelhilfe vernichtet werden.

79) Der Name Byzas kommt auf Byzantinifchen Münzen (Scriptt. Byz.Tom. XIV, 6) vor, und die Sage von der Gründung der Stadt durch ihn,fchon vor dem Argonautenzuge, findet fich nicht nur bei den Byzantinern,fondern auch bei Griechen. Vgl den Art. Byzas in Ersch und GruberXIV, 180 f. mit GeorgiusCodinus, de originibus conftantinopolitanis.Corpus scr. Byz. Bonn 1843 S. 4 ff., wo übrigens den andren griechifchenSagen zugleich Rechnung getragen wird, und die Nymphe Byzas in dererftern Sage die hervorragende Rolle fpielt. — Bei abendländifchen Chro-niften findet fich meines Willens nichts der Art; wol aber wird nachJuftin 9, 1 gelegentlich Paufanias als Gründer von Byzanz genannt.

80) (S. 54.) Von der älteren Exegefe find änliche Seitenfprüngeohnehin nicht zu erwarten. Vielleicht nur ift es nicht ohne Wert daranzu erinnern, dafs bei Auguftin fchon die Aethiopes als nigri überhauptdie Repräfentanten der ganzen Heidenfchaft find (Mignö Opp. Aug. IV,938). Ebendasfelbe findet fich in der Auslegung der betreffenden Pfal-menftelle bei Auguftin, wo bereits auch die Auslegung von der Bekehrungdiefer Völker vorliegt (a. a. O. S. 837 f.). Das bleibt die herrfchendeAuslegung des Mittelalters. Die Einzelbelege haben nur infofern Be-deutung als fie die Beliebtheit des Stichwortes bezeugen; eine Tatfache,welche die einsam daftehende Sonderdeutung bei Methodius nur imvollen Lichte erscheinen läfst. Ich gebe nur Anhaltspunkte für die Haupt-ftellen. Obenan von Intereffe ift, dafs auch Hiftoriker wie Freculphusdes Wortes gedenken mit fpecieller Deutung auf die Königin von Saba