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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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wandten Zeitgenoffen als ganz unvergleichlich mit unfremAutor erfcheinen läfst: vielmehr fcheidet die beiden zugleichabgrundtief der Ernfl der Geifiesrichtung unfres Dramasund der Leichtfinn diefer amatoria und potatoria, obenandie continuierlich um Tifchfold bettelnde Gemeinheit desarchipoeta felber. Walter von Lille, in dem Giefebrechtzuletzt auch diefen archipoeta finden will, vertritt allerdingsdie Vereinigung hohen Ernfi.es mit leichtem Ton. Dafürwifsen wir aber auch von ganz befiimmtem Wandel feinesLebensganges. Der eifrige Anhänger Alexanders III. dagegen,der Barbarofla als einen Vorläufer des Antichrifi.es bezeichnenkann, pafst ebenfo wenig in Dafsels Umgebung als zumVerfafler unfres Dramas. Soweit wird wol auch Giefebrechtgegenüber Grimm noch recht behalten.

So fchliefst unfre Unterfuchung über den Verfaffer miteinem einfachennon liquet, und wem die Warheit lieberift als blendende Conjecturen, der empfindet grade dabeieher ein gewilfes Hochgefül als irgend welchen Verdrufs.Die fchönften Volks- und Kirchenlieder gehen namenlosdurch die Welt und man ehrt fie deshalb um fo mehr alsoriginale Schöpfungen ganzer Gemeinfchaften. Gedichteturfprünglich hat fie doch ein Einzelner; aber er war nichtsals der Mund und die Hand für den Ausdruck der Allegleich beherrfchenden Gemeingefüle und -Gedanken. Einneu entdeckter Stern gewinnt feinen Wert nicht durch dennachmals dazu kommenden Namen; die Entdeckung felbermacht ihn wert und erfcheint identificiert mit feinem Dafein.

So fcheint uns, wäre es für eine Dichtung, die ohne be-fonderen Formanfpruch nur den Moment einer grofsen, aufdas ganze Volk mächtig zurückwirkenden Tatfache der Zeitfixiert, grade ganz entfprechend, dafs man die einzelne Perfonnicht zu nennen weifs, die der Nachwelt den Eindruck einesgrofsen gefchichtlichen Erlebniffes erhalten hat. Die Nationfelbft tritt dann ein für den Dichter. So kennen wir zwar