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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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Gerhoh Vorgelegen. Mit dem Mafs, das wir an unferemDichter kennen, verwertet diefer das Wunder nur als letztenVerfuch des Antichriflen die leichtgläubigen Deutfchen zuüberliflen, deren er mit Waffengewalt nicht Herr geworden.Elias und Iienoch dagegen wirken bei ihm nur durch ihrZeugnis und ihr eignes Märtyrerleiden. So kann von dieferSeite ein ernfllicher Einfpruch gegen eine fpätere Abfaffungunfres Dramas nicht erhoben werden. Dennoch aber hates alfo auch Antichriflfpiele fo viel früher fchon gegeben,als bisher bekannt war, und auch das Vorhandenfein derStücke, die wir als ältefle noch aus Documenten kennen,ift hier ausdrücklich bezeugt. Was über Beifall und Kunfl-vertretung gefagt wird, läfst dabei auf längere Blütefchliefsen, und die Verbindung, in die zuletzt diefes Treibenbei Gerhoh mit den angeblichen Greueltaten Heinrichs IV.gefetzt erfcheint, beflätigt das Recht mindeftens bis in dieMitte des II. Jahrhunderts und gewifs mit Recht früherhinauf diefe Schöpfungen anzufetzen 10ü ).

Andererfeits hat Wilken, der neuefle Literarhiflorikerfür unfer Gebiet, die Miene angenommen, als gäbe es Be-weife, wonach unfer Drama vielmehr erft im 13. Jahrhundertentflanden fein könne. Mit Gerhoh zu rechnen verfäumt aucher freilich ganz. Dafür nimmt er ein Bedenken, das Hafemit ficherem Tact fofort wieder hatte fallen laffen, neu auf 10 ] ).Die heuchlerifche Armut, die dem Antichriflen als Helfers-helferin dient, foll vor dem Auftreten der Bettelmönche im13. Jahrhundert nicht motiviert fein. Der KirchenhiftorikerHafe hat, als er diefelbe Vermutung im Auffteigen fofortwieder zurückdrängte, fleh ficher erinnert, welche Rolle im12. Jahrhundert fchon dieArmen von Lyon fpielten undwie fie von der Kirche angefehen wurden. Grade für diefenFall aber fleht ein Document zu Dienft, das in feiner wört-lichen Uebereinftimmung mit dem was hier als Zeugnis ge-fordert werden könnte, jede nur mögliche Einrede befeitigt.