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Vom römischen Kaisertum deutscher Nation : ein mittelalterliches Drama ; nebst Untersuchungen über die byzantinischen Quellen der deutschen Kaisersage
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nur eine Engelerfclieinung vor zu dem Zwecke, Jerufalemüber feiner Anfechtung durch die Heiden mit der nahenHilfe des Kaifers zu trollen'. Telegraphenleitungen befafsdas 12. Jahrhundert noch nicht, fo war das Bedürfnis mo-mentanen Trolles fachlich begründet. Dagegen fage manfich nur, welche Verfuchung bei einem Sujet wie die Er-fcheinung des Antichrifl.es vorlag, im Dienfl des Effecteseinen waren Höllenfpektakel zu entfalten. Teufelserfchein-ungen fpeciell werden alsbald herrfchender Artikel in allengeiftlichen Schaufpielen. Unter vier tut man es fprichwört-lich nicht 140 ). Das Chefterfpiel vom Antichriften fucht feineHauptkraft in den mitwirkenden Teufeln. Nach echt ger-manifcher Tradition fpielt dann der Teufel die Rolle desDummen und Betrogenen. So entfprach es dem menfch-lichen Bedürfnis, neben den heiligen Fellen einiger Fleifches-erholung zu Dienfl, diefe geiftlichen Spiele in breitemUmfange der Burleske zugänglich zu machen. Die heil.Apoftel Petrus und Johannes felbfl Hellen dann wol einenWettlauf an zum Grabe Chrifti, nicht ohne echt zeitüblichePreife dafür einzufetzen. Die Jünger von Emmaus feierneinen förmlichen Kneipabend, nicht ohne Wirt und Wirtindurchzuprügeln. Dagegen darf das bäurifche Gebaren derHirten in den Weihnachtsfpielen als naiv und kindlich, derZorn eines Herodes, wenn er den Schriftgelehrten die Bücheran den Kopf wirft, für motiviert durch seine königl. Stellunggelten. Die Englifchen Schaufpiele überbieten in dem Allennoch die Deutfchen, und wie Ebert nachweift wol in Folgedavon, dafs fie überwiegend als Zunft- und bürgerliche Ge-noffenfchaftsfpiele fich eingebürgert haben 111 ). Was einWeihnachtsfpiel dort leiftet, das unmittelbar vor dem Lob-gefang der himmlifchen Heerfchaaren einen geflohlenenSchafbock als fimulierten Säugling in einer Wiege aufgefundenvorftirt, läfst fich fchwer von directem Hohn des Heiligenunterfcheiden.

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