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allen anderen Nationen das Gefetz felbft erfl. vollbegriffen zumBewufstfein zu bringen.
Sicher wäre es dann eine namenlofe Unbill von dem 12.Jahrhundert des Mittelalters ein correctes Drama zu verlangen.Eher möchte, wer die ganze Feinheit der Anlage unfresDrama’s begreift, feine Entftehung bei dem Mangel aller ge-wönlichen Vorausfetzungen unbegreiflich finden. Schon vorder Reformation war in Folge der höher vollendeten Lyrikimmerhin eine Art Dialog und fubjectiver Charakterillik derRollenvertreter ermöglicht. Im 12 . Jahrhundert bewärtekaum die Epik fo viel Reife um epifch geftaltete Dramenzu erzeugen. Subjectiv bedingte Charaktere aber find da-mals noch fchlechthin unmöglich, und eben damit der dieinnere Entwicklung motivierende Dialog. Das ift der un-veräufferliche Anteil des Lyrifchen am Dramatifchen. Soerklärt fich, dafs die Handlung in unfrem Drama auchnoch fchlechthin epifchen Charakter trägt. An Stelle derdramatifchen Charaktere handeln typifche Figuren. DerKaifer und die Könige, der Antichrift und obenan die Ver-treter der religiöfen Gegenfätze find nichts als Typen. Mehrverlangen hiefse die Entwicklungsftufe der Zeit verkennen.Dagegen bewärt fich die Meifterfchaft unfres Verfaffers auchnach diefer Formfeite immer noch infofern glänzend genug, alser fo gut wie ausfchliefslich nur gefchichtliche Typen ver-wendet und der bald überwuchernden Allegorie ebenfo einganz befchränktes Gebiet anweift, als er fich der blos in Sen-tenzen verwertbaren Einfürung fogenannter „Auctoritäten“ganz enthält. Wir haben alsbald zu zeigen, wie fich die„Allegorien“ als nächftverwandtes Product an die geifllichenSchaufpiele anfchloffen, zum Teil in künftlerifch wertvollfterAusfiirung. Ebenfo kam entfprechend einer auf homiletifchemGebiete herrfchend werdenden Praxis auch im geifllichenSpiele die Sitte auf, namentlich in der Einleitung fogenannteAuctoritäten einzuftiren 13il ). Da treten Plato und Ariftoteles,