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byzantinifcher Tradition abhängig ift. Wir find dadurch ge-nötigt, die complicierte Unterfuchung über die fogen. Metho-dius-Weiffagung in den Bereich unfrer einleitenden Ab-handlungen zu ziehen. Döllinger namentlich hat in derNeuzeit auf diefen wichtigen Factor wieder aufmerkfam ge-macht 15 ), aber auch die von Riezler ohne neue Unterfuchungadoptierte Anname eingebürgert, dafs die Weiffagungen desfogen. Methodius im elften Jahrhundert erlt abgefafst feien.
Auch meinerfeits bin ich, erft nachdem mir alle eignenRefultate fchon feltftanden, darauf aufmerkfam geworden,dafs Alfred v. Gutfchmid bereits im J. 1857 bei feinerBefprechung von Movers Phöniziern eine viel frühere Ab-faffung jener Schrift behauptet, nicht ohne auch feinerfeitsauf die hohe Bedeutung diefes Fermentes für die mittelalter-liche Kaiferfage hinzuweifen 7 ). Gutfchmid gibt keinenäheren Gründe an, warum er glaubt, die Abfaffung derMethodiusfchrift noch vor das Ende der Ommajaden ver-legen zu müffen. Die Gründe, warum ich mich für dasneunte Jahrhundert entfcheide, find unten ausfürlich dar-gelegt. Für das nachweisbar erfte Herüberwirken der Me-thodiusfchrift auf das Abendland bilden die fogen. Sibyllendie Hauptinftanz, die Ufinger freilich auch erft dem 12.Jahrhundert und fpäterer Zeit zufprechen will. Aber auchihm gegenüber darf ich mich auf gewichtige andre Urteile,wie die von Waitz und Wattenbach berufen 8 ).
Hier genügt der Nachweis, dafs die Frage, die ichgleichzeitig zum Austrage zu bringen fuchen mufs, durch diehervorragendfien Autoritäten in ihrer univerfalhiftorifchenBedeutung anerkannt ift. Dann bleibt nur übrig, dafs derNähezufammenhang diefer Vorfragen mit unfrer Specialfragenicht in Zweifel gezogen werden kann. Das Intereffe anunfrem Drama felbft kann jedenfalls dadurch nur gefteigertwerden, dafs es das erfte und einzige Document ift, dasbei fo fremdartiger, mittelbarer Vorlage wie die urfprünglich