Zwölfter Gesang.
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42 .
Was sagst du, goldne Amme? ruft Amaude,
Und fällt ihr um den Hals — mein Hüon mir so nah?Wo ist er? — Ach! Prinzessin, was geschah!
(Schluchzt jene weinend) Hilf! zerreiße seine Bande!
Spreng seinen Kerker ans! Dem Unglücksel'gen droht,
Aus Liebe bloß zu dir, ein jämmerlicher Tod.
Und braus erzählt sie ihr genau die ganze Sache,
Und ihres Ritters Treu und der Sultanin Rache.
43 .
Schon, ruft sie, steht der Holzstoß aufgethürmt,
Nichts rettet ihn, wenn ihn nicht Zoradine schirmt!
Mit einem Schrei der Angst, halb sinnlos, fährt AmandeIn wilder Hast von ihrem Lager auf,
Wirft wie sic steht, im leichten Nachtgewande
Den Kurds um, und eilt in vollem Lauf
Des Sultans Zimmer zu, durch alle Sklavenwachen,
Die sic mit Wunder sehn, und schweigend Platz ihr machen.
44 .
Sie dringt hinein, nicht achtend daß es frühAm Tage war, und wirft mit lilicnblassen Wangen,
Und Haaren, die zerstreut um ihre Schultern hangen,
Sich vor dem Sultan auf die Knie:
„Almansor, laß mich nicht vergebensDir knieen! Schwöre, wenn mein Leben dirErhaltenswürdig scheint, daß du die Bitte mirGewähren willst! Es gilt die Ruhe meines Lebens!"