272
Oberon.
39 .
Indessen kommt, entzückt von ihres Auftrags Glück,
Und ohne Argwohn, hintergangcn
Zn sein, fast athcmloS, mit glühend rothen Wangen
Vor Freud' und Hastigkeit, die Amme nun zurück.
Ihr Blick ist schon von fern als wie ein SonnenblickAuS Wolken, die sich just zu theilen angefangen.
Herr Ritter, (raunt sie ihm ins Ohr) was gebt ihr mir,So öffnet heute noch sich euch die Himmelsthür?
40 .
Mit einem Wort, ihr sollt Amandcn sehen!
Noch heut, um Mitternacht, wird euch die kleine ThürIns Mhrtenwäldchcn offen stehen:
Der Sklavin, die euch dort erwartet, folget ihrGetrost wohin sie geht, und fürchtet keine Schlingen;
Sic wird euch unversehrt an Ort und Stelle bringen. —Das gute Weib, dem nichts von Arglist schwant,
Verläßt sich ans den Weg, den sie ihm selbst gebahnt.
41 .
„Wie hoch, o Fatme! bin ich dir verbunden!
Ruft Hüon ans — Ich soll sie Wiedersehn!
Noch diese Nacht! Und wär's, durch tausend WundenUnmittelbar von ihr in meinen Tod zu gehn,
Kaum würde weniger die Nachricht mich erfreuen!"Mein bester Herr, ich habe guten Muth;
Die Sterne sind uns hold, ihr werdet sie befreien,(Spricht Scherasmin) und alles wird noch gut!