220
Oberon.
6 .
Indeß verfolgt mit stets gewognem WindeDer treue Scherasmiu den anbefohlnen Lauf.
Kaum nahm Masstliens Port ihn wohlbehalten auf,
So setzt er sich zu Pferd, und eilt so schnell, als stündeSein Leben drauf, zum Kaiser nach Paris.
Er hatte schon den Märt'rerberg erstiegen
Und sah im Morgenroth die Stadt noch schlummernd liegen,
Als plötzlich sich sein Kopf an einen Zweifel stieß.
7 .
„Halt, sprach sein Geist zu ihm, und eh' wir weiter traben,Bedenke wohl was du beginnst, mein Sohn!
Zwar sollte das dein weiser Schädel schonZu Askalon erwogen haben,
Obgleich der Wind, der dort in Hüons Segel blies,
Dir wenig Zeit zum Ueberlegen ließ.
Doch wenn wir ehrlich mit einander sprechen wollen,
Du hättest damals dich ganz anders sträuben sollen.
8 .
„Denn, unter uns gesagt, es ist doch offenbarKein Menschenfinn in dieser Ambassade.
Den Kaiser, der vorhin uns nie gewogen war,
Erbittert sie gewiß im höchsten Grade.
Am Ende wär' es nur ums reiche Kästchen Schade!
Denn, wahrlich, mit der Hand voll Ziegenhaar,
Und mit den Zähnen da, Gott weiß ans welchem Rachen,Wird deine Excellenz sehr wenig Eindruck machen.