Druckschrift 
Oberon
Entstehung
Seite
62
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Kurz, Angela mit allen ihren ReizenIst ihm vergebens schön und jung;

Und, ferne nach VerlängerungDer holden Gegenwart zu geizen,

Wünscht er mit jedem Augenblick

In ihres Bränt'gams Arm recht herzlich sie zurück,

Und kann zuletzt sich nicht entbrechen,

Da sie nichts sagt, ihr selbst davon zu sprechen.

46 .

Kaum daß er ihr dazu Geleit und Schutz versprach,

Und ihre Lippen sich in Dank dafür ergossen:

Als ein Getös von Reisigen und RossenIm Hof der Burg sie Plötzlich unterbrach.

Schon trampelt's laut die langen WcndelsticgenHerauf. Die junge Frau erschricktWer kann eS seinDoch bald zerschmilzt ihr Schrecken in Vergnügen,

Denn, siehe da! Alexis tritt herein.

47 .

Ihm war, zwar etwas spät, zu SinneGestiegen, daß es ihm nicht allzu rühmlich sei,Wenn Hüon seine Braut dem Recken abgcwinne,Indessen, weit vom Schuß, mit seiner ReitereiEr, ihr Gemahl, im Schatten, frank und frei,Sein zärtlich Blut mit Palmenwein verdünne:Auch konnte ja (wer wird dafür ihm stehn?)

Der Ritter gar davon mit seinem Engel gehn.