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Oberon
Entstehung
Seite
53
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Dritter Gesang.

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18.

Kaum ist der Held hinein gegangen,

Indessen Scherasmin im Hof die Pferde hält,

So eilt die schöne Magd den Ritter zu empfangen;

Mit schwarzen Haaren, die ihr am Rücken niederhangen,In weißem Atlaßrock, der bis zur Erde fällt,

Und den am leicht bedeckten BusenEin goldnes Band zusammen hält,

Das zierlichste Modell zu Grazien oder Musen!

19.

Was für ein Engel, (spricht, indem sic seine HandNur kaum berührt, das Mädchen süß erröthend)

Was für ein Engel, Herr, hat euch mir zugesandt?

Ich stand am Fenster just, zur heil'gen Jungfrau betend,Als ihr erschient. Gewiß hat sie's gethan,

Und als von ihr geschickt nimmt Angela euch an.

Von ihr, die schon so oft sich meiner angenommen,

Zu Hülfe mir gesandt, seid tausendmal willkommen!

20.

Nur laßt uns nicht verstehn; denn jeder AugenblickIst mir verhaßt, den wir in diesem Kerker weilen.

Ich komme nicht, spricht Hüon, so zu eilen:

Wo ist der Ries'? O der, versetzt sie, liegt, zum Glück,In tiefem Schlaf, und wohl, baß ihr ihn so getroffen;Denn, ist er wieder auferweckt,

Vergebens würdet ihr ihm obzustcgen hoffen,

So lang' der Zauberring an seinem Finger steckt.