und der von Len Vorthellen des Handels bestimmten Staatskunst. 75z
Könige unbedingt zur Verfügung stehen und dem Könige gegenüber jedeVertretung von Ansprüchen des Staates aufhört, für Europa eine Zeitfranzösischen Uebergewichtes, da Frankreich nicht allein fortwährend dieStellung der Staaten zn einander bestimmt oder veranlaßt, sondern auchim Innern derselben eine Macht gewinnt, wodurch es ihre Bestrebungenfördert oder hemmt. Die staatliche Allgewalt, die sich in den Händendes Königs fand, machte seinen Hof zur eigentlichen Werkstätte für Ent-werfung aller auf das Innere des Reiches und auf dessen Verhältnißnach Außen bezüglichen Pläne. Dadurch wurde der Hof zu einein Mit-telpunkte, der nicht allein eine Menge von Kräften an sich zog, sondernauch durch die Macht, die er als Vorbild besaß, einen Einfluß auf dieFormen des geselligen Lebens, die für Denken und Handeln maßgeben-den Ansichten und die wissenschaftliche und künstlerische Thätigkeit aus-übte. Da zur Befestigung der Ueberzeugung von der königlichen Allge-walt auch die möglichste Erhebung der königlichen Person gehörte, wurdeAlles zu deren Verherrlichung anfgeboten, und dadurch wurde das Lebendes Hofes auch eine Triebfeder für Belebung der Kunst, die unter demEinflüsse der Negierung und des Hofes ein eigenthümliches Geprägeerhielt. So weit aber ein in den höchsten Kreisen der Gesellschafteigenthümlich gestaltetes Leben auch bestimmten Ansichten und Neigungenzur Herrschaft verhilft und diese nicht ohne Wirkung für die Richtungwissenschaftlicher Thätigkeit und die Verwendung ihrer Ergebnisse blei-ben, zeigten sich auch auf dem wissenschaftlichen Gebiete Erscheinungen,die ihre Erklärung von dem an dem Hofe herrschenden Leben zu em-pfangen haben. Vieles von dem, was sich in dem Leben des franzö-sischen Hofes entwickelte, mußte sich schon wegen des lebhaften geistigenVerkehrs, in welchem Frankreich von jeher mit dem Auslände stand,über dessen Grenzen hinaus verbreiten. Das Bemühen Frankreichs, dieThätigkeit anderer Höfe zu lenken, führte die Vertreter, die es im Aus-lande hatte, zu dem Bestreben, sich durch Verpflanzung französischer An-sicht und Lebensweise eine feste Grundlage für erfolgreiche Thätigkeit zuschaffen. Die Uebermacht, die Frankreich anderen Staaten gegenübertheils schon bei dem Beginne von Ludwigs Selbstregierung besaß, theilsim Laufe derselben erwarb, förderte das Verpflanzen französischer Bil-dung, wie dieselbe da, wo sie Wurzel gefaßt hatte, auch wieder dieBehauptung des französischen Übergewichts erleichterte. Das Beispieldes französischen Hofes erschien kleineren Fürsten auch nachahmenswerthwegen der Höhe, in welche dort die Person des Herrschers gestellt war,und in Deutschland und Italien fehlte es nicht an Fürsten, welche inihrem Bestreben nach Steigerung fürstlicher Gewalt und fürstlichen An-sehens ebenso sehr von Frankreich her Förderung und Schutz erwarteten,wie die Bewunderung französischen Glanzes und die Neigung zu fran-