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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Die Staatsumwälzung in England.

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Buckingham in Portsmouth unmittelbar vor der Einschiffung ermordetworden war. Durch die bisherigen Erfahrungen belehrt, machte nunder König, bei dem ein neuer Günstling, Thomas Wentworth, nach-maliger Graf Strafford, an Buckinghams Stelle getreten war, den Ver-such, vom Jahre 1629 an, nach Beendigung der Feindseligkeiten mitFrankreich und Spanien, ohne das Parlament zu regieren und seineGeldbedürfnisse durch Verkauf von Handelsvorrechtcn und Erhöhung vonGeldstrafen zu bestreiten. Die hiermit begonnene unumschränkte Negie-rung dauerte elf Jahre, während deren sich noch reichlicher Stoff zurUnzufriedenheit sammelte.

» 3. Es gab aber außer den Geldangelegenheiten noch einen andern

Grund der Spannung zwischen dem Könige und dem größeren Theiledes Volkes. Karl war, wie sein Vater, entschiedener Anhänger der bi-schöflichen Kirchenverfassung, die auch ihm als eine Stütze der königlichenGewalt erschien. Sowohl hierdurch, als durch die Vorliebe für eine inden äußeren Formen an die katholische Religion erinnernde Gottesdienst-ordnung war er den Puritanern verhaßt, dic ihn als einen heimlichenAnhänger des Papstthums, wie sie die katholische Religion nannten, zubetrachten pflegten und alle seine Schritte als Mittel zur Wiedereinfüh-rung desselben bezcichneten. Es war natürlich, daß die aus dieser Quellefließende Unzufriedenheit sich mit derjenigen verband, welche aus demKampfe um Sicherheit der bürgerlichen Rechte entsprungen war. DiePuritaner suchten den König in seinem Einflüsse auf kirchliche Angelegen-heiten zu beschränken und gaben seine entgegengesetzten Bemühungen für' ein Widerstreben gegen eine göttliche Ordnung aus, als deren Vertretersie mit dem Widerstande gegen ihn sich in vollem Rechte befänden. Zuihnen mußten sich Viele hiugezogen fühlen, die aus ganz andern Grün-den ihm Fesseln anznlcgen wünschten, aber gerade in der Verbindungmit jenen eine höhere Rechtfertigung für ihre Bestrebungen sahen.Da der Puritanismus am mächtigsten in Schottland war, fand Karlhier auch den stärksten Widerstand mit seinen dic Kirche betreffenden An-ordnungen. Hier brach denn auch zuerst die Erbitterung in eigentlichenAufruhr aus. Er sah seine Macht wesentlich dadurch beeinträchtigt, daßer nicht das Oberhaupt der schottischen Kirche war. Sein Versuch, dasKirchenrecht und dic Gotteödienstordnung nach englischem Vorbilde ab-zuändern, regte einen gewaltigen Sturm auf, indem die Puritaner, diesich in der Ueberzcugung von der größeren Strenge ihres Lebens dieHeiligen nannten, in den neuen Formen ein Mittel zur Fesselung desGeistes sahen. Versuchen zu Einführung des neuen Gottesdienstes be-gegnete gewaltsamer Widerstand. Um aber dem Widerstande Dauer undPlanmäßigkeit zu geben, wählten die vier Stände des Adels, der Geist-lichen, der großen Gutsbesitzer und der Städte im Jahre 1637 Aus-

Ktcsel, Weltgeschichte- II. HF