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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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736 Dcr dreißigjährige, der ftanzösisch-spanische

Gustav Adolphs (16321654) regierte Schweden nicht lange über dasEnde des dreißigjährigen Krieges hinaus. Sie war, da sie ein Reich,das Reich eines Eroberers, zu regieren hatte, in einer Weise erzogenworden, daß die Schwäche der weiblichen Natur dadurch znrückgedrängtwurde. Man hatte ihren Verstand zu schärfen und ihren Geist mit Kennt-nissen zu bereichern gesucht, was bei ihrer großen Fassungskraft in hohemMaße gelungen war. Daher war ihr Hof ein Sammelplatz von Den-kern, Gelehrten und Künstlern, und die Angelegenheiten derselben wurdendie ihrigen. Der Geist der Prüfung, zu dem sie erzogen war, richtetesich auch auf die Religion, und sie war unermüdlich in dem Bestreben,aus die Frage nach der wahren Religion sich eine Antwort zu ver-schaffen. Als sich die Uebcrzeugnng von dcr Wahrheit der katholischenReligion bei ihr festgestellt hatte, war auch schnell der Entschluß gefaßt,den Thron zu verlassen, den sie als katholische Königin nicht würdebehaupten können. Ehe sie diesen Entschluß ausführte, sicherte sie dieNachfolge dem mit ihr erzogenen Vetter Karl Gustav, dem Sohne vonihres Vaters Schwester und dem Pfalzgrasen Johann Kasimir aus dcrZweibrückenschen Linie deS wittclsbachischen Hauses in der Pfalz. Dannverließ sie Schweden, schwor zu Brüssel die lutherische Lehre ab, feiertein Innsbruck ihre Rückkehr zur Kirche und begab sich nach Rom, wo sicnach vielen Reisen im Jahre 1689 starb. Der neue König von Schwe-den, Karl X. Gustav (16541660), gedachte sich an Gustav Adolph alsden Begründer dcr schwedischen Herrschaft auf den Südküsten des balti-schen Meeres anzureihen, und führte die Söhne der Schweben, die seinemOheim über das Meer gefolgt waren, in einen Kampf mit Polen. DieNegierung Polens war noch bei dem Hause Wasa, das seine Ansprüche aufSchweden selbst nicht anfgegeben hatte. Ans Sigismund III. war sein SohnWladiSlaw IV. (16321648) und auf diesen sein Bruder Johann Ka-simir (16481668) gefolgt. Das Reich besaß geringe Widerstandskraft,weil der Adel sich immer mehr an eine mit königlicher Gewalt unvereinbareSelbstständigkeit gewöhnt hatte. Es war aber auch gerade damals, als dcrschwedische Angriff erfolgte, schon von zwei andern Feinden angegriffen.Der zweite russische Zar aus dem Hause Romanow, Alerei (16451676),war mit drei Heeren in Lithauen eingerückt und hatte bereits Smolenskund Kiew erobert, die einst Hauptstädte russischer Fürstenthümer gewesenwaren. Zu gleicher Zeit hatte das Reich gegen einen Aufruhr dcrKosaken zu kämpfen, denen man das Recht, den Hetman zu wählen,schon unter der vorigen Negierung hatte nehmen wollen, die man unterder jetzigen durch einen Vertrag bereits beschwichtigt, durch Bruch des-iclben und durch treulosen Ueberfall nur desto furchtbarer aufgeregt hatte.Beide Feinde vereinigten sich, indem die Kosaken sich dem russischenZaren, mit dem sie auch gemeinschaftliche Religion hatten, auf Bediu-