7M Der dreißigjährige, der französisch-spanische
der Franzosen bis zum Jahre 1642 schon der französische Einfluß sosehr festgestellt, daß er sich ohne ferneren Krieg durch Entscheidung derdortigen Streitfragen geltend machen konnte. Dagegen dauerte derKrieg in den Niederlanden ununterbrochen fort. Nach dem Tode desCardinal-Jnfanten, der meist glücklich gewesen war, erlitten die Spanierim Jahre 1643 eine große Niederlage bei Nocroy durch Enghien. DieVerluste an Städten, die dieses Ereigniß zur Folge hatte, machten denspanischen Hof zum Frieden mit den Niederländern geneigt, währenddiese schon vor allzu großem Erfolge besorgt wurde», den Frankreichüber den gemeinschaftlichen Feind erkämpfen und der den Bundesge-nossen zu einem gefährlichen Nachbar machen könnte. Mit dem zuMünster geschlossenen Frieden stieg für Spanien die Hoffnung, unterder einsichtigen Verwaltung und Hecrführung des Statthalters, des Erz-herzogs Leopold, des Bruders Ferdinands III., bei Frankreichs innerenZerwürfnissen das Verlorene wieder zu gewinnen. Diese Hoffnungsowie die Hartnäckigkeit, mit welcher Mazarin für Frankreich den Be-sitz Lothringens verlangte, verhinderten in Münster einen Friedenzwischen Frankreich und Spanien. In der noch folgenden Zeit desKrieges erfocht Türennc, während Conds ihm gegenüber in dem Heeredes Erzherzogs kämpfte, eine Reihe von Siegen, und Spanien warddadurch immer geneigter zum Frieden. Im Jahre 1650 begaben sichLuis de Haro, der Nachfolger des Herzogs von Qlivarez, und Mazarinauf eine Insel in der Bidaffoa, einem Flusse, der in den westlichenPyrenäen die Grenze von Frankreich und Spanien bildet, und unter-handelten hier den Frieden, der den in Münster übrig gelassenen Thcildes großen Krieges tilgte, den pyrenäischen Frieden. Das Opfer, zuwelchem sich das im Nachtheile gebliebene Spanien genöthigt sah, warAbtretung von Landstrichen in den südlichen Grenzprovinzen der spani-schen Niederlande, in Artois, Flandern, Hennegau und Luxemburg, sowiedesjenigen Gebietes, das Spanien noch auf der Nordseite der Pyrenäenhatte, der Grafschaft Roussillon und eines Theils der Grafschaft Cer-dagne. In Italien wurde der Besitzstand nicht geändert, und in Bezugauf Portugal versicherte Mazarin, daß Spanien an der Wiedcrerobcrungnicht gehindert werden solle. Spanien setzte es als eine Sache seinerEhre durch, daß nicht allein der Herzog von Lothringen, sondern auchConds in ihre Besitzungen wieder eingesetzt wurden. Der Herzog Karlmußte jedoch, da sein wiedergewonnenes Herzogthum das jetzt größtcn-theils französische Elsaß von Frankreich trennte, eine quer durch Lothrin-gen führende Straße von der Breite einer halben Meile nebst mehrerenfesten Plätzen abtreten. Endlich wurde in diesem Friedensschlüsse einvon Mazarin gehegter Plan zur Verheirathung des Königs ausgeführt.Philipp hatte einen Sohn Karl und eine Tochter Maria Theresia. Da