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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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und der schwedisch-polnische Krieg.

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viel länger aber dauerte es, bis das Land von den Wunden, die derKrieg dem Wohlstände und der Sittlichkeit geschlagen, sich einigermaßenwieder erholte. Landstriche waren verödet, Wohnplätze ausgcstorben, eingroßer Theil der übrig gebliebenen Bevölkerung verwildert. Was sichaber nicht mehr ersetzen ließ, war der Verlust des nationalen Bewußt-seins bei einem Volke, dessen Besitz Fremde getheilt, über dessen StreitFremde zu Gericht gesessen, dessen Spaltung Fremde vergrößert hatten.

17. Dem westfälischen Frieden solgt eine Zeit, während derendas deutsche Reich beschäftigt ist, die Grundsätze jenes Friedens in seinemInnern durchzuführen und sich die dazu erforderlichen Einrichtungen zugeben. Das Bemühen der Neichsstände, die zngestandene Selbstständig-keit zu sichern, war dabei die vorzüglichste Triebfeder, und die Geschäfte,welche von dein Reichstage zu erledigen waren, gewannen jetzt einengroßen Umfang, weil der westfälische Friede viele Aufgaben gestellthatte, weil die neuen Verhältnisse eine Quelle von Irrungen waren undweil die Selbstständigkeit der Neichsstände für alle und jede das Reichbetreffenden Angelegenheiten eine gemeinschaftliche Behandlung forderte,in der sie sich bewähren konnte. Der Reichstag, welcher sich zunächstmit den im westfälischen Frieden unerledigt gebliebenen Fragen zu be-schäftigen hatte, wurde im Jahre 1653 zu Negensburg eröffnet. Erkam aber nicht mit allen vorliegenden Gegenständen zu Ende und mußtebei seiner Auflösung die Fortsetzung der Berathungen einem Aus-schüsse, der Neichsdeputation, überlassen. Der demselben folgende Neichs-tagsabschied ist der letzte gewesen, weil bald darauf, im Jahre 1663,der gehäuften von der Neichsdeputation wenig geförderten Geschäftewegen der Reichstag in Negensburg zu einem ständigen erklärt wurde,was zur Folge hatte, daß Kaiser und Reichsstände nicht mehr persönlicherschienen. Während dieser Zeit zeigen sich die beiden Mächte, welchedurch den Krieg einen inneren Streit der Deutschen für sich ausgebeutethaben, unter dem fortwährenden Vorwand, für deutsche Freiheit besorgtzu sein, als Beschützer der zur Schwächung des Reiches beliebten Ord-nung und als Beförderer alles dessen, was auf Schwächung des Kaiser-thumes abziclt. Die erste Gelegenheit hierzu ergab sich im Jahre 1657durch den Tod des Kaisers Ferdinand Hl. Ihm war sein Sohn, König Fer-dinand IV. von Ungarn, bereits als Nachfolger anerkannt, vorausgegangen.Da der verstorbene Kaiser mit dem von Schweden bedrohten Polen einBiindniß geschlossen und den Spaniern in Italien gegen die FranzosenHülfe gesandt hatte, kamen jene beiden Mächte, welche sich die Ent-scheidung über die Geschicke der europäischen Staaten angeeignet hattenund zu behaupten bemüht waren, darin überein, den zweiten Sohn desKaisers, den König Leopold von Ungarn, von der Nachfolge auszu-schließen. Sie hofften, wenn die Kaiserkrone von dem Hause Habsburg