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Dcr dreißigjährige, der frmi;ösisch--sxaiüsche
seiner Hofburg hülflos eingeschlosscn gesehen hatte. Nun aber stieß er aufden Widerstand der protestantischen Fürsten, welche die Sache ihrer Glau-bensgenossen schützen, sowie dcr katholischen und der protestantischen, welchesich der Anmaßungen des zum Neichsfürsten cmporgcstiegcncn böhmischenEdelmannes erwehren wollten. Ein Fürstentag zu Negensburg im Jahre1630 sollte manche Reichsangelcgenheiten erledigen und den Sohn desKaisers zum römischen Könige wählen. Da drangen die Abgeordnetender Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen vor Allem auf Zurück-nahme der Ncstitutionsverordnung und Wiedereinsetzung dcr Mecklenbur-gischen Herzoge, und von allen Seiten erhoben sich die lautesten Klagengegen Wallcnsteins Erpressungen, Verheerungen und willkührliches Ver-fahren. Die Durchführung der kirchlichen Restitution, die schon in vielenGegenden begonnen hatte, wurde bis zu einer Auseinandersetzung, fürwelche man eine Versammlung auf das nächste Jahr in Frankfurt anbc-raumte, verschoben, und der Kaiser mußte seinen Feldherrn gegenüberden Beschwerdeführern, an deren Spitze das Haupt der Liga stand, fallenlassen und wegen des mecklenburgischen Landes gerichtliche Verhandlunganordnen, bis zu deren Ergebniß sich der vom Befehle abgetretene Feld-herr auf seinen böhmischen Gütern aufhalten sollte. Schien nun derFriede im Reiche erkauft, so stand unmittelbar darauf dcr Schwedcn-könig mit Hecresmacht auf deutschem Boden. Ein begabter Fürst schicktesich an, eine kriegerische Laufbahn, auf der ihn bisher Glück und Ehrebegleitet, in Deutschland fortzusetzen, und schmückte sich bei diesem Be-ginnen mit dem Namen eines Verthcidigcrs seiner deutschen Glaubens-verwandten. Nichelieu's Staatskunst war, wie bei allen gegen die Machtdes Kaisers gerichteten Bemühungen, auch hier thätig. In dem Kampfe,den die Neichsfürsten gegen Wallcnstein gekämpft, hatte Richelieu dasFeuer des Unwillens schüren geholfen, und selbst Maximilian war dabeifranzösischem Einflüsse nicht entgangen. Wallensteins Ziel war eineUmgestaltung dcr Rcichsverfassung zu Gunsten einer unumschränktenKaisergewalt und einer auf Kosten der Neichsfürsten zu bildenden mili-tärischen Aristokratie. Die Gegner Wallcnsteins waren daher die Ver-bündeten dcS um Beschränkung der kaiserlichen Macht beflissenen franzö-sischen Staatsmannes. In Italien war Richelieu zu Nngnnsten desKaisers als Schiedsrichter aufgetreten, da im Jahre 1627 das HausGonzaga in Mantua geendet hatte. Während der Kaiser sich die Ent-scheidung über Mantua und Montferrat als erledigte Ncichslchen Vor-behalten wollte, führte der Cardinal Richelieu, das Schwert an derSeite, französische Truppen nach Italien gegen Oestreich und die ihmverbündeten Spanier, sowie gegen den Herzog von Savoyen, der aufMontferrat Anspruch machte. Er vertheidigte das Erbrecht einer Ne-benlinie des Hauses Gonzaga, die durch Heirath in den Besitz des stau-