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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Der dreißigjährige, der französisch-spanische

eröffncte, hatte die Gegenden zwischen der unteren Weser und der un-teren Elbe zum Schauplatze. Das Jahr verfloß ohne entscheidendesEreigniß. Indessen hatte Wallenstein sein Heer gebildet und legte das-selbe auf der linken Seite der mittleren Elbe in Winterrastungen. Imfolgenden Jahre sollte Christian von Braunschweig den linken Flügelvon Tilly's Stellung umgehen und die Staaten der Liga bedrängen,Mansfeld dagegen, um Wallenstein von dem bisherigen Kriegsschau-plätze zu entfernen, sich durch Brandenburg gegen Böhmen ziehen undBethlen Gabor zu einem Angriffe auf die Erbstaaten des Kaisersdie Hand reichen. Das Elftere geschah nicht, weil Christian bald nachBeginn des neuen Feldzuges starb. Das Zweite wurde ausgeführt underreichte seinen Zweck. Mansfeld gelangte, nachdem ihn Wallensteinbei Dessau geschlagen, durch Schlesien nach Ungarn und vereinigte sichmit Bethlen. Doch war Wallenstein so rasch gefolgt, daß Bethlen fürsich Frieden machte und Mansfeld sein Heer verließ, um über Venedignach London zu gehen. Dieses Vorhaben, das auf Gewinnung neuerGeldmittel abzielte, kam nicht zur Ausführung, da der Abenteurer inBosnien auf dem Wege nach Spalatro starb. Inzwischen hatte Tillpden König von Dänemark bei Lutter am Barenberge, unfern Vraun-schweig, geschlagen. Im Jahre 1627 kehrte Wallenstein über Schlesien,wo er die von Mansfeld besetzten Festungen eroberte, nach den Elbe-gegenden zurück und besprach bei Lauenburg mit Tillp einen gemein-schaftlichen Angriff auf Dänemark. Der Friede, zu dem sich der Königerbot, scheiterte an den hochgespannten Forderungen des kaiserlichen Feld-Herrn. Ganz Holstein ward erobert, und während Tillp nach der Weserzurückging, durchzog Wallenstein siegreich Schleswig und Jütland, daßdie dänischen Truppen nach den Inseln entweichen mußten.

9. Der Gebrauch, den Wallenstein und der Kaiser von den Siegenmachten, rief im Reiche Unwillen und Widerstandsversuche hervor undbeförderte das Erscheinen eines ausländischen Feindes auf deutschemBoden. Die Herzoge der beiden mecklenburgischen Linien Schwerinund Güstrow wurden im Jahre 1628 wegen ihres Anschlusses an denDänenkönig mit der Acht belegt, und ihr Land wurde pfandweise an Wallen-stein, der jetzt Herzog von Friedland hieß, überlassen, worauf die Ver-triebenen sich zu Gustav Adolph nach Schweden begaben. Wallensteinentwarf nun Pläne, in den Küstenländern eine Macht zu gründen, welchezugleich die See beherrschen und dadurch Deutschland gegen jeden fer-neren Angriff von Norden her schützen sollte. Da hierbei auf die Kräfteder Hansastädte gerechnet wurde, war die Weigerung der durch ihreLage wichtigen Stadt Stralsund, kaiserliche Besatzung aufzunehmen, einHinderniß, das so bald wie möglich wcggeräumt werden mußte. Wäh-rend Wallenstein die Belagerung der Stadt betrieb, warfen die Könige