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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Frankreich in der Zeit der durch die Kirchentrcnnung

Partei im Staate geworden, in der Provence und der Dauphine schonzu offenem Aufnchre fortgeschritten waren, glaubte die von den Guisengeleitete Regierung durch äußerste Strenge den Bürgerkrieg im Be-ginne dämpfen zu müssen. Der Tod des jungen Königs im Jahre1560 gab jedoch der Sache eine andere Wendung.

3. Die Königin Katharina, die bei der Minderjährigkeit ihres zwei-ten Sohnes Karl IX. (1560-1574) selbst die Zügel der Regierung zuführen wünschte, suchte jeder Anordnung ausznwcichen, durch welche sieihren Einfluß einer der beiden Parteien hätte opfern müssen. Jede derbeiden Parteien sollte ihr dazu dienen, die andere nicht zu mächtig wer-den zu lassen. So war es schon, als der vorige König noch lebte, demredlichen, der königlichen Familie treu ergebenen Kanzler L'Hopital, dernach beiden Seiten hin gegen jedes leidenschaftliche Verfahren kämpfte,möglich geworden, durch sie die Vollstreckung des gegen Condv gespro-chenen Urtheils zu hindern, und sie von jedem ferneren auf den Sturzder Bourbonen gerichteten Plane abznhalten. Jetzt versöhnte sic sichmit dem Könige Anton, der zum Statthalter des Reiches ernannt wurde,während sie selbst den Namen der Negentin erhielt. Doch auf dessenVerlangen nach freier Ncligionsübnng für die Protestanten und gänz-licher Entfernung der Guisen antwortete sie ausweichend, indem sie dem-selben in der Folge zu willfahren versprach. Nun wurde auch dieVerurtheilung Conde's förmlich vom Parlamente für ungültig erklärt,und Montmorencp, der sich jedoch wegen seiner Anhänglichkeit an diekatholische Religion von seinen früheren Parteigenossen entfernte, an denHof berufen. Die Ursache zur Fortdauer der Unruhen waren die Be-mühungen der Guisen um Wiedergewinnung ihres früheren Einflusses, dieeine um so größere Bedeutung erhielten, als gewaltsame Auftritte zwischenden Religionspartcien im Lande ihnen Anlaß gaben, als Verthcidiger derkatholischen Religion aufzutreten. Sie brachten auch eine Verbindungmit Montmorencp und dein durch Reichthum und Tapferkeit angesehenenMarschall St. Andre zuwege, welche man das Triumvirat nannte. Alsnun Anton auf Veranlassung Colignp's eine neue Bittschrift zu Gunstender Hugenotten überreichte, erschien eine Verordnung, wodurch nur dieStrafe für die durch geistliche Gerichte der Häresie Ueberführten inLandesverweisung gemildert wurde. Die hierdurch erregte Unzufrieden-heit Colignp's zu beschwichtigen, ließ Katharina in der am linken Ufer derunteren Seine gelegenen Stadt Poissp ein Religionsgespräch veranstalten.Da die zweite Unterbrechung des Concils von Trient noch immer fort-dauerte, dachte man die Bewegung, deren vorherrschend staatlichen Cha-rakter man noch nicht gehörig erkannt hatte, noch durch eine theologischeErörterung beschwichtigen zu können. Der Versuch, an welchem vonProtestantischer Seite Calvins Genosse Beza, von katholischer der Car-