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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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646 Spanien, Dcntschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II.

Heere einrücken, der nach einem Siege Meister von Lissabon wurde.Antonio floh, und die Versuche, welche von Frankreich und England auszu seinen Gunsten in der Folge gemacht wurden, hatten keinen Erfolg.Philipp, der außerdem Spanien nie verließ, kam nach Lissabon, konnteaber die Neigung der Portugiesen un» so weniger gewinnen, als ergegen die Anhänger Antonio's mit Härte verfahren ließ. Die Unzu-friedenheit mit der spanischen Negierung gab Veranlassung, daß manspäter die Ungewißheit, welche über das Ende Sebastians herrschte, benutzte,um viermal nach einander, das vierte Mal mit einem großen Scheine vonWahrheit, unter dem Namen Sebastians, der in der Schlacht bei Alcazarnicht umgekommen sein und sich unter vielen Abenteuern gerettet habensollte, Thronbewerber aufzustcllcn, die indessen sämmilich durch die Spa-nier beseitigt wurden. Hatten sich Frankreich und England in der por-tugiesischen Angelegenheit als Feinde Spaniens gezeigt, so brachten diein beiden Neichen durch die Kirchentrennung vcranlaßtcn Bewegungenden König Philipp als den Vorkämpfer der Kirche in eine noch feind-lichere Stellung zu denselben. Bei England kam noch hinzu, daß das-selbe seinen Handel auszubreiten und Spanien, dessen außereuropäischeBesitzungen sich durch die Erwerbung Portugals vermehrt hatten, allenAbbruch zu thun suchte. Gleich den Niederländern trieben die Eng-länder auf allen Meeren Freibeuterei gegen die Spanier. Noch un-mittelbarer trat die Königin Elisabeth dem Könige Philipp gegenüberdurch Unterstützung der abgefallenen Niederländer. Im Jahre 1585schickte sie ans Grund eines förmlichen Vertrages ihren Liebling, denGrafen Leicestcr, einen Mann von schlechtem Charakter und großemEhrgeize, mit Truppen nach den Niederlanden. Er trat als Gencral-statthalter auf und ernannte als solcher Statthalter einzelner Land-schaften. Dadurch kam er aber mit Moritz, der in Holland und See-land Statthalter war und, au der Spitze des StaatsratheS stehend, einähnliches Ansehn in Anspruch nahm, in ein gespanntes Verhältniß, umdessentwillen er seinen Wohnsitz nicht in Holland, sondern in Utrechtnahm. So trug seine Anwesenheit zur Ausbildung eines Gegensatzesinnerhalb des Staates bei, indem er der Mittelpunkt für eine Parteiwurde, die größteuthcils durch die Auswanderer aus den spanischen Nie-derlanden gebildet, sich der aristokratischen Partei der angesehenen ein-heimischen Geschlechter als eine demokratische gegenübcrstellte und nachherdie Grundlage für die Macht des Hauses Oranien abgab. Die Ver-hältnisse verwickelten sich noch mehr dadurch, daß Elisabeth durch ihn inden Niederlanden herrschen wollie, und daher ebenso aus die ihm Sei-tens der Generalstaaten übertragene Gewalt eifersüchtig wurde, wiediese vor seinen ehrgeizigen Absichten besorgt waren. Da er nun über-dies dem Kriege gegen Alexander keine vorthcilhafte Wendung zu geben