Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II. gzg
und unruhige Köpfe aller Art einfanden, so daß die Versammlung, diehier auf längere Zeit blieb und Mittel des Wrderstandes beriech, eingefahrdrohendes Ansehen erhielt. Zu gleicher Zeit brach in Antwerpeneine Bewegung aus. Hier, wo der Handel eine Menge von Anhängerndes Protestantismus zusammengeführt hatte und wo man aus Rücksicht aufden Handel Nachsicht gegen sie geübt hatte, verlangten die Reformirtenvon der Stadtobrigkeit ausdrückliche Duldung, und da dieselbe sich anf die Regeutin wandte, schickte diese Oranieu dahin, in der Hoffnung,
^ durch ihn beschwichtigend zu wirken. Dieser aber erhielt dadurch Ge-
legenheit, am günstigsten Orte für seine Zwecke thätig zu sein. Währendsolcher Gährung erschienen in dem südwestlichen Theile des LandesPrediger, die mit der neuen Lehre auch die Aufforderung zu gewaltsamemWiderstande gegen deren Feinde brachten. Die zusammenlaufenden! Volksmassen wurden so erhitzt, daß in den Provinzen Egmonts weitund breit die räuberischsten Anfälle auf Kirchen und Klöster gemachtwurden, die von Hohn, Zerstörung und Entweihung begleitet waren.Die Häupter der Unzufriedenen wehrten einem Beginnen" nicht, indem sie zum Theil das Ergcbniß ihrer Bemühungen und das wirk-samste Mittel zur Vernichtung des königlichen Ansehens erkannten. Siemieden es nur, als Anstifter und Beförderer zu erscheinen. Darumblieb auch Antwerpen, so lange Oranien sich da befand, in Ruhe, wardaber, sobald ihn die Negentin zu einer Berathung nach Brüssel ge-rufen hatte, Schauplatz gleicher Greuel. Die Negentin, stets um-geben von solchen, welche die Anwendung der Gewalt widerriethen, auchnicht im Besitze der nöthigen Widerstaudsmittel, bcgaun Unterhandlun-gen mit den zu St. Trond versammelten Geusen und wählte dazuOranien und Egmont, die denn auch einen Vergleich auf die Bedingungdes Widerrufs aller gegen die neue Lehre gerichteten Anordnungen ab-i schlossen. Die Nachgiebigkeit der Negentin fuhr also fort, der Umwäl-
^ zung Raum zu machen. Doch forderte die Kunde von dem Geschehenen
z den König nach langem Zögern zu thatkräfligem Einschreiten auf, wäh-
s rend diejenigen von den Unzufriedenen, die, wie Egmont und Hoorn,
z nun vor Richtung und Ziel der Bewegung zu erschrecken anfingen, ein-
f lenkten und ihre Kräfte wieder der Negierung widmeten. Als nun die
^ Nachricht eintraf, daß der König im Lande erscheinen, daß ihm aber ein
Heer unter dem Herzoge Alba vorangehen werde, fand Oranien seinePartei zum Widerstande nicht stark genug und verließ das Land, das erin Parteiung gestürzt hatte. Alle, die von der Ankunft des Heeres zufürchten hatten, wurden so cntmuthigt, daß viele Tausende auswanderten.Da erschien, während der König seinen Entschluß geändert hatte, im Jahre1567 Alba, nachdem er über Barcelona, Genua, das Mailändische, Sa-voyen, die Frcigrafschaft und Lothringen gezogen war. Er sollte an der