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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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638 Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II.

hoben und bald darauf auch zum Cardinal ernannt wurde. Die Ne-genlin fing an zu glauben, daß Granvella's Entfernung die Aufregungbeschwichtigen könne, und wie sie die Entfernung des Kriegsvolkes,dessen sie dringend bedurfte, bewirkt hatte, so bewirkte sie im Jahre 1564auch die Abberufung des Cardinals. Er ging nach seiner VaterstadtBesanhon, genoß aber fortwährend das Vertrauen des Königs, wie erdenn das Bündniß, von welchem die Schlacht bei Lepanto die Folge war,zu Stande brachte, eine Zeit lang das Königreich Neapel als Vicekönigregierte und am Hofe dem Könige zur Seite stand. Die Unzufriedenensahen durch Granvella's Entfernung ihre Stellung sehr verbessert. DerAvel machte sich im Staatsrath geltend, erweiterte, indem er eine Mengevon Geschäften an sich riß, seine Thätigkeit hauptsächlich zu dem Zwecke,die Negierung zu hemmen, und brachte in möglichst viele Stellen Män-ner seiner Partei. Unterdessen wurden die Absichten, die der König inBetreff der Religionsangelegenheitcn hegte, schlimmer Auslegung unter-worfen und durch Hindcutungen auf Empörung und fremde Hülfe dieStimmung der Menschen allmälig für Anwendung von Gewalt bear-beitet. Die Negentin suchte sich dadurch zu helfen, daß sie Egmontnach Madrid schickte, um den König zur Milderung des gegen die Neli-gionsneuerung angeordneten Verfahrens zu bewegen. Da dieser abereine entschieden zurückweisende Antwort erihcilte, gewann die Partei desunzufriedenen Adels eine Unterstützung an dem der Neuerung geneigte»und dem für deren Duldung gestimmten Thcile des Volkes, da die Ge-meinschaftlichkeit des Gegners eine Bundesgenoffenschaft begründete. Dererste auf Empörung hinzielcnde Schritt war cs, daß ein VertranterOraniens im Jahre 1566 zu Breda mit einer Anzahl von Freundenein urkundliches Bündniß, den Compromiß, abschloß, wodurch sic sich zurgemeinsamen Abwehr der Inquisition verpflichteten. Bald traten demCompromiß nicht bloß Adelige, sondern auch angesehene Männer andererStände durch Unterschrift bei. Zum Zwecke der Einschüchterung wollteman nun die so gegründete Macht der Negentin vor Augen stellen undwählte dazu das Mittel, in Brüssel in förmlichem Aufzuge zu ihr zugehen und eine Bittschrift gegen die in Betreff der Religion ungeord-neten Maßregeln und um Berufung der Stände oder Gencralstaatenzu überreichen. Der Bund nahm während des Aufenthalts seiner Glie-der in Brüssel den Namen der Geusen an, da bei ihrem Erscheinen vorder Negentin einer von den Näthen sie in Hindeutung auf die zerrüt-teten Vermögensverhältnisse der Meisten in französischer Sprache alsBettler bezeichnet haben sollte. Die Geusen hielten nun fernere Ver-sammlungen und kamen noch im Jahre 1566 zu St. Trond oderSt. Trupen bei Hasselt in der Zahl von Tausenden, bewaffnet und vonDienerschaft begleitet, zusammen, wo sich auch Prediger der neuen Lehre