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2. Die christliche Zeit 2 (1856) Viertehalb Jahrhunderte
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Spanien, Deutschland und Italien zur Zeit des Königs Philipp II. gzz

der Christenheit zu widmen. Seitdem Papst Paul IV., der Urheberdes letzten Krieges mit Frankreich, durch den Herzog von Alba alsStatthalter Neapels zum Frieden genöthigt worden war, hatte Philippauch ein solches Verhältniß zu dem mit würdigen Männern besetztenpäpstlichen Stuhle, daß er daraus die stete Anregung schöpfen mußte,der Kirche jene Dienste zu leisten, welche ihr einst die Kaiser zu leistenberufen gewesen waren. Zwar war er in den inneren Angelegenheiten! seines Reiches, selbst wo dem Papste die Entscheidung gebührte, nicht

z von unbedingter Ergebenheit. Das zeigt sich an dem Schicksale des

i einst von ihm selbst hoch geehrten Erzbischofs Bartholomäus Carranza

f von Toledo, den er durch die Inquisition wahrscheinlich nur unter dem

! Vorwände irriger Lehren vom Jahre 1559 an, ohne auf die Wünsche

> des Trienter Concilö und die Vorstellungen des Papstes zu hören, inHaft halten ließ und erst im Jahre 1567 Behufs der Untersuchung nachRom auslieferte. Dagegen hatte seine ganze Staatskunst, soweit sie

i nach Außen gerichtet war, die Vertheidigung der Kirche zum Ziel. Zum

> Vertheidiger der Christenheit gegen die Anhänger des Islam machteihn schon die Lage seines Reiches, dem der größte Theil der vommittelländischen Meere bespülten christlichen Küsten angehörte. Durchdie Vereinigung des oSmanischen Reiches mit den in Afrika gegründetenRaubstaaten war der Islam dem Süden Europas wieder so gefähr-

i lich, wie in der Blüthezeit der arabischen Macht. Moslemische Flottenumspannten die südlichen Länder, und der Islam in Afrika erwachte zuneuem Eifer. Hierdurch wurden auch die Moriscos in Spanien neuer-! dings gefährlich und die Besorgniß vor einer Verbindung mit ihrenStammesgenossen jenseits des Meeres ließ an die Stelle der ihnen vonKarl V. gegönnten milderen Behandlung schärfere Maßregeln treten,durch welche die Neigung zu solchen Verbindungen ausgelöscht werdenl sollte. Dadurch wurde ein Aufstand derselben hervorgcrufen oder be-

! schlennigt, der vom Jahre 1568 an zwei Jahre angestrengten Kampfes

! erforderte. In diesem Kampfe begann ein unehelicher Sohn des ver-

storbenen Kaisers, Johann von Oestreich, der dem Könige, seinem Stief-bruder, Treue und Anhänglichkeit bewies, eine Heldenlaufbahn. SeinWerk war die Besiegung der Empörten, von denen die durch denKrieg und durch blutiges Strafgericht nicht Hingerafften aus Granadä! in andere Gegenden des Reiches verpflanzt wurden. Nicht lange nach-

i her nahm unter demselben Führer der Seekrieg gegen die Ungläubigen

! die Gestalt eines nachdrücklichen Angriffes an. Im Jahre 1571 be-

! siegte Johann mit einer aus spanischen, päpstlichen und venetianischen

! Schiffen zusammengesetzten Flotte die Feinde in einer großen Seeschlacht

! bei Lepanto. Nun konnten, nachdem Venedig im Jahre 1540 Theile

- Morea's und Inseln des Archipelagus abgetreten, im Jahre 1570 Cy-

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