Die Kn'chcntrcnmliig in England, im Norden und in Polen.
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vielen Bemühungen auswärtiger Mächte endlich im Jahre 1573 ge-wählte König Heinrich, der dritte Sehn des französischen Königs Hein-rich II-, eine Wahlkapitulatien zu beschwören hatte, wurde ihm auch Dul-dung der neuen Neligionsparteien zur Pflicht gemacht, die man unter demgemeinschaftlichen Namen der Dissidenten begriff und die sich durch die vondem Florentiner Socinus gestiftete, die Dreieinigkeit läugnende Sekte derSocinianer, Unitarier oder Antitrinitarier vermehrten. In dem benach-barten Lifland hatte der Heermeister Walther von Plettenberg, nachdem erdie Unabhängigkeit von dem deutschen Or.den im Jahre 1521 käuflich er-^ worben, die Einführung des Lntherthumö begünstigt und sich dadurch den^ Erzbischof von Riga, der die Stadt beherrschte, unterworfen. Der folgende^ Heermcister, Gotthard Kettlcr, der sich gegen beständige Einfälle der Russen, nicht behaupten konnte, überließ im Jahre 1561 durch einen Vertrag zu
i Wilna das Land an Polen. Er behielt sich jedoch Kurland mit der östlich
! daran grenzenden Landschaft Scmgallen nach dem Beispiele Albrechts^ von Brandenburg als ein erbliches Hcrzogthum unter polnischer Lehens-i Hoheit vor, und in dessen religiöser Umwandlung unterstützte ihn derdortige Bischof, der sein Bisthum förmlich aufgab und nach Deutschlandging, um sich dem Protestantismus anzuschließcn. Diese Veränderungbenutzte Schweden unter Gustavs Sohn Erich XIV., um das seinenLandschaften Finnland und Jngermannland benachbarte Esthland undeinen Theil Liflands an sich zu reißen. Polen aber wurde durch die Erwei-terung seines Gebietes an den Ostsceküsten in langwierige Händel mit Ruß-land verwickelt. Die Beherrscher Rußlands fühlten sich in ihrem Stre-ben nach höherer Civilisation ihres Landes und Eröffnung größerer! Hütföqnellen der Macht natürlich gegen die Secküste gedrängt. Im Sü-
k den trennten die Tartaren im Kaptschak sie noch vom schwarzen Meere,
s Im Nordwesten, wohin die Hoffnung auf eine Berührung mit dem ge-bildeten Westen und eine Theilnahme an dem Handel der Ostsee ihres Blicke besonders lenkte, war ihnen die Hansa im Wege gewesen, undals diese zu sinken begann, versperrte Schweden den Zutritt zu denKüsten. Iwans Hl. Nachfolger Wasilei IV., Jwanowicz (1505—1534)und Iwan IV. Wasiljewicz (1534—1584) verfolgten beharrlich jenesZiel russischer Staatskunst. Iwan, der bei seiner Krönung im Jahre1547 den früher dem Kaiser zu Constantinopel gegebenen Titel einesZaren angenommen, eroberte die tartarischen Reiche Kasan und Astrachan,s wo mit der Befestigung seiner Herrschaft die Unterdrückung des IslamHand in Hand ging. Hierdurch war der Weg nach den Ländern am FlusseOb eröffnet, und den Anfang zur Eroberung Sibiriens machten unter, Iwan die Kosaken. Die Kosaken waren Angehörige des slavischen
f Volksstammes der Klcinrussen, die bei der Unterwerfung ihrer Heimath
f unter Polen sich dem auf sie gelegten Drucke entzogen und in den durch
^ Kicscl, Wettgcschichtc. II.