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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Romantische Dichtung.

neuen Schule angegeben haben, in alles Leben und Wissen den Glanzder Schönheit zu tragen und den alten Schlendrian zu brechen, das habenwir bei Herder im höchsten Grade und fast im ersten Keim gefunden.Der Art, wie Herder von seinen ersten weltmännischen Planen abkamund mehr in sich zurückging, im Polyhistor zuletzt den Theologen haupt-sächlich ausbildete, ist der Rückgang Fr. Schlegels auf seine religiösenUeberzeugnngen fast ganz ähnlich, nur daß Herder die Religion wirklichmit seiner poetischen Natur dnrchdrang und ihr, geleitet von wahremSchönheitssinn, den häßlichen Wust der Fabeln und Entstellungen ab-streifte, die bei ihm und Lessing auch nur mentale Geltung hatten, wiealle Mythe und poetische Fabel sonst, während in Fr. Schlegel die Re-ligion die Poesie überwand. Bei Herder fanden wir eine katholistrende(d. h. universelle) Richtung in seinen christlichen Ansichten, die aber weitvon dem papistischen Katholirismus abführte, dem sich Fr. Schlegel an-schloß. Wie Herder doppelseitig genug war, an Lessing und Winckelmannso wie an Hamann sich zu schulen, so lernten die Schlegel neben Lessingund Winckelmann bei ihm (bei Herder), und lehnten sich weiterhin anStolberg und andere Fromme neuer und alter Zeit an. In ihrer ästheti-schen Kritik ganz besonders schließen sie sich ausdrücklich an ihn undLessing zugleich au. „Herder", sagt Friedrich Schlegel in seiner Geschichteder Poesie der Griechen und Römer, „vereinigt die umfassendste Kenntnißmit dem zartesten Gefühl und der biegsamsten Empfänglichkeit; und durcheine besondere Gabe geschichtlicher Divination, tieffühlende Charakteristikund künstlerisch ausfassende, Alles nachdichtende, in jede Weise und Formsich hineinempfiudende Phantasie hat er den ersten Grund zu der neuenArt von Kritik gelegt, welche als eine der eigeuthümlichsten Früchte derdeutschen Geistesbildung und Wissenschaft aus Lessing und ihm gemein-sam hervvrgegangen ist." Ganz haben die Schlegel auch von ihm wirklichseine Art von genetischem Verfahren, von Charakterisiren mehr als Kriti-schen gelernt, „den Sinn der älteren Kunstgeschichte zu errathen und großeAussichten für die künftige zu findenzu erklären, „was die Kunst seinsoll, indem man erklärt, wie sie würde;" und weil dieser historische SinnLesstng abging, war Fr. Schlegel sogar geneigt, zu beweisen, daß Lessingso wenig ein Kunstrichter als ein Dichter sei. Völlig ähnlich sind sieHerder'n darin, daß sie mehr mit der Phantasie, mehr mit jener Gabeder Empfänglichkeit, mehr nach dem Gefühle kritischen, als nach scharfenBegriffen wie Lessing und Schiller. Poesie kann nur durch Poesie kritisirtwerden, ist ein herder'scher Grundsatz, den Fr. Schlegel überkommen hat,und den andere Männer der Schule in anderer Weise vielfach ausgcdrückt