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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Periode d. Originalgenies. Göthe in Jtal. u. Schiller's Jugend. i>1

mehr im persönlichen Interesse geschrieben. Jetzt hat er eine inhaltreicherePeriode voll mannichfaltiger innerer Vorgänge durchlebt, er war in! großen Bestrebungen unbefriedigt geblieben, hatte in kühnen Entwürfen^ tragische Hemmungen erfahren, das literarische Feuer war ausgebrannt,in der Weltrolle, die er spielen wollte, mochte er sich doch zuletzt kümmer-i lich fühlen. Innerhalb dieser Zeit innerer Qualen hatte er versucht inj verschiedenen Anlagen ihr Bild zu entwerfen, und es mißlang; kaum1 hatte er sie jetzt abgeschüttelt, so griff er mit größerem Erfolge diese Ver-suche wieder an; er nahm aus größerer Entfernung auf, und idealere! Umrisse sprangen heraus, gereinigter vom Individuellen, wie tiefgewur-zelt die Vorbilder auch in der Seele des Dichters lagen. Indem er den^ ähnlichen Zusammenstoß feindlicher Welten wie im Wertster schildert,

^ bewährte er noch wie damals, daß ihm die Natur Melodie und Rede,^ und ein Gott gab, zu sagen, was er litt; aber man konnte hier nicht! mehr Geschichte suchen wie dort, weil hier reine Dichtung war. Derj Dichter, der auf den Einklang der Natur lauscht, der aufzunehmen sucht,ß was die Geschichte reicht, das Leben bietet, und der das Zerstreute ins sein Gemüth sammelt, der verwöhnte Sohn der Laune und Leidenschaft,der dem schrankenlosen Sinne folgt und an der Enge des realen Lebens^ anstößt, der im Gefühl der Jugend, des angeborenen Adels und ders höhern Natur nicht Ort und Stand und Gesetze achten möchte, der holdeSchwächling, der sich zu beherrschen unfähig ist und sich Alles gegen Alleerlaubt, dieser Dichter scheitert an den Ordnungen der wirklichen Welt,deren Vertreter ihm in dem Staatsmanne entgegengestellt ist, der ganzin dem handelnden Leben weilt und mit dessen glänzendem Bilde dasTräumerische des Dichters in Schatten zu stellen droht, der dem Schwan-kenden und Mißtrauischen mit seiner Sicherheit impvnirt, dem Selbst-getäuschten mit seiner Klarheit, und der sich ernst in den Schranken vonAmt und Pflicht bewegt, da jener die äußersten Ende der Dinge zusam-mcnfassen will. Unser Dramatiker, der dies zweiseitige Wesen in seinerNatur nicht ohne Kämpfe verbunden hatte, verstand eben darum so tref-fend diese gegensätzlichen Charaktere zu schildern, diedarum Feinde sind,weil die Natur nicht Einen aus ihnen formte"; denn wie die innerenFäden dieser zarten Katastrophe mit feiner Weisheit und Seelenkeuntnißgeschlungen sind, wie der Kenner des menschlichen Geistes hier durch dieFülle der innen: Handlung überreich für den Mangel jeder äußern ent-schädigt wird, dies ist selten in der Dichtung wieder geleistet worden.Wir erinnern uns, daß dieser Kampf von Poesie und Wirklichkeit, undspeciell der Zwiespalt zwischen Dichter und Weltmann das große Thema