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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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50
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50 Umst. d. koiwent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesic.

Uebersetzer. Wie zeitgemäß und von wie glücklichem, ja unberechenbaremErfolge dies war, hat Göthe theils selbst gesagt, theils mit Dichtungenbewiesen. In Homer schien endlich der lange, mit so vieler Erbitterunggeführte, der so eitle Streit über Regel und Natur sich aufzulösen, undin der Thal war seine Verdeutschung der Augenblick, der Göthe's voll-endetste Dichtungen in das richtige Verhältniß zu Natur und Kunst stellte.Man hatte immer mit dem Worte: klassischer Dichter, antike Dichtung,den Begriff der schulmeisterlichen Regel verbunden; hier ward endlichder Sänger eingebürgert, den bisher nur die Schulmeister gekannt hatten,und in dem nun die gebildeten Leser und die Dichterjugend selbst sehrwenig Regel zu erbeuten fanden und so viel Natur, daß man wohl gar,um diese richtig zu verstehen, die Kenntniß der wilden Völker und ihrerSitten für nöthig hielt. Herder und Lessing hatten den Dichter anderszu betrachten gelehrt, als durch die Brille der Scholiasten, Bürger sahin ihm nur den Gipfel der Natur- und Volksdichtung. Es war ein höchsterfreulicher, anfangs gar nicht so leichter Sieg, daß es der Ionier überden schottischen Barden davontrug, den die Bardenzeit allgemein höherhielt, mit dem sich Bürger beschäftigte, und zu dem Stolberg in seinerchristlichen Zeit zurückfiel. Wie sehr der Trieb der Zeit aber die Wieder-belebung dieses Dichters begünstigte, ergiebt sich aus dem plötzlicheninneren Interesse an ihm, das in diesem Kreise so wuchernd sich zeigt,wie in Göthe's die Begeisterung für Shakespeare: was die deutscheDichtung werden konnte, mußte sie, die Lernbegierige, wohl im Angesichtdieser beiden Dichter werden. Bürger begann schon gleich nach Herder'sAuftreten (um 1771) die Ilias in Jamben zu übersetzen, noch so eigen-sinnig ans diesen VerS erpicht, daß er es seine ewig unüberwindlicheAnsicht nannte, ein deutscher Homer in Hexametern würde eine Ohren-solter sein; auf Klopstock's Einrede und Vossen'S Beispiel gab er so sehrnach, daß er später selbst eine hexametrische Uebcrsetzung versuchte. Wennirgend etwas die Unfähigkeit der neueren Zeit und der nordischen Gegen-den für eine reine und tiefe poetische Form bezeugt, so ist es die Art undWeise, wie der Kampf um den Hexameter bei uns geführt, und der Versselbst ist behandelt worden. Ein Mann wie Bürger sträubte sich gegendieses Maß; ein Dichter wie Göthe quälte sich Jahre lang damit herum,ging zu Voß in die Schule, und machte den Lehrer lächerlich, da dochder bloße Einfall des Schülers lächerlich war, das durch Unterrichtlernen zu wollen, was das Ohr nicht lehrte. Auf dem langsamsten Wegeschritt man von Klopstock bis zu Voß vor, und selbst das Anstellcn Jener,die Vossen'S Zeitmessung nicht befriedigte, die den Hexameter noch reiner