1723
organisirtcn Administrationsratlies des Königreiches Polen ernannt. Im Jahre 1835 leitete Pas-kewitseli in dem Lager bei Kalisoll dieManoeuvres der dort versammelten russischen und preus-sisclien Truppen. Nach Beendigung derselben ernannte ihn der Kaiser zum Chef des Orcl’schenJager-Regiments, das Paskewitseh, als er noch Oberst war, 1S10 gebildet hatte. Der Königvon Preussen beschenkte ihn mit einem mit Brillanten besetzten Degen. So weit sind wir derBiographie nach „Liihe“ gefolgt.
Der Fürst von "Warschau hatte alle Ehren und Würden., welche er als Untertlian seinesKaisers anstreben konnte, erreicht und war mit 1 einem Vertrauen beschenkt, wie es wohl seltender Fall sein mochte. Dieses Vertrauen trat auch in den Vordergrund, als Kaiser Nikolausmit bewaffneter Hand zur schnellen Beendigung des Krieges in Ungarn und Siebenbürgen intor-venirte. Er übergab dem Fürsten den Oberbefehl über die zur Operation nach Ungarn bestimmteArmee, welche 140,000 Mann mit 4G4 Geschützen zählte. Der Fürst von Warschau brach umMitte Juni 1849 in Oberungarn ein, schlug die Insurgenten bei Waitzen am 15., IG. und 17. Juli,lieferte ihnen die Gefechte bei Görömbely am 24., am Sajö-Flusse am 25., bei Geszthely an derIlernäd am 28. Juli, bei Debreczin am 2. August und schloss mit Hülfe der kais. Armee unterllaynau den Heerhaufen unter Görgey bei Yilägos ein, der hier am 13. August mit 23,000Mann und 130 Geschützen die Waffen ohne Bedingung streckte.
Se. k. k. Apost. Majestät lohnten diese ausserordentlichen Verdienste des Fürsten mit derVerleihung des Grosskreuzes des Maria Th er esien-Or d ens, welches ilnn mit Hand-schreiben aus Schönbrunn vom 22. August 1849 allergnädigst verliehen wurde, und ernannte ihnim Jahre 1850 zum Feldmarschall und Inhaber des. 37. Infanterie-Regiments.
In der jüngsten orientalischen Verwicklung übernahm Fürst von Warschau, trotz seineshohen Alters, auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers Nikolaus im April 1854 den Oberbefehlüber die kais. russische Armee an der Donau, erhielt aber bei Silistria eine Contusion, welcheihn nöthigte die Armee zu verlassen.
Der Fürst von Warschau, einer der grössten Feldherren Russlands, beschloss sein thaten-reiches Leben zu Warschau am 1. Februar 1856.
COMMANDEURE.
FlLANGIEM, Principe di Satriano, Duca di Taormina, Karl, königlich neapolitanischerGeneral-Lieutenant und General-Adjutant des Königs, ein gewiegter vortrefflicher Soldat, derseinem Monarchen durch die Unterdrückung der Revolution auf der Insel Sicilien ausgezeichneteDienste geleistet hatte. Nachdem das revolutionäre Parlament dieser Insel am 11. Juli 1848 demHerzoge von Genua die Krone angetragen, die dieser bei der Unsicherheit der Lage Sicilienswohlweislich ablohnte, schiffte sich gegen Ende des Monats August Fila n gi eri mit den königl.Truppen in Neapel, 15,000 Mann stark, ein und erschien am 2. September im Angesichte vonMessina, welches 16,000 Nationalgarden vertheidigten. Am 5. bewerkstelligte Filangierian der Rhede Marco Grosso die Landung, griff die Stadt an und wurde nach einer hartnäckigenVertheidigung am 7. Meister derselben. Ihr Fall machte auf Palermo eine entmulhigende "W irkungund da sich England in die Angelegenheit mengte, so wurde ein Waffenstillstand geschlossen.Die rebellischen Sicilianer wiesen die Milde ihres rechtmässigen Königs trotzig zurück undbegannen zu Anfang April 1849 die Feindseligkeiten aufs Neue. Der tapfere Filangieribemächtigte sieh Taorminas, einer fast uneinnehmbaren, von 4000 Insurgenten vertheidigten