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2 (1857)
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XV.

Neunte Periode. Der Krieg in Italien und Ungarn 1848 und 1849.

Die im Februar 1848 zu Paris ausgebrochene Revolution batte Europa abermals in denStrudel der Empörungen und Umwälzungen zurückgestossen. Der Freiheitstaumel streckte seineArme nach allen Richtungen aus, und fand leider nur zu viel Nahrung in der unseligen Neuerungs-sucht des Jahrhunderts, welches alle bitteren Erfahrungen der Vergangenheit nicht belehrenkonnten: dass Revolution und Blutvergiessen nicht der Weg sind zum Glücke der Menschheit.Auch in dem loyalen Österreich fand diese vermeintliche Freiheit mächtigen Anhang.

Kaiser Ferdinand I. verlieh seinen Völkern eine constitutioneile Verfassung, welchemit Jubel aufgenommen, bald eine Masse ungesetzlicher Forderungen hervorrief, die den spätereingetretenen anarchischen Zustand vorbereitete. Während im Herzen der Monarchie dasschmähliche Treiben fremdartiger Elemente jede friedliche Anbahnung erschwerte, während diesein Ungarn zur Unmöglichkeit geworden, war es in den italienischen Provinzen gar baldzum Kampfe gekommen.

Die Depesche,, welche am 17. März Abends den Mailändern die Constitution verkündigte,hatte die entgegengesetzte Wirkung; sie war das Signal zum Ausbruche der Empörung. FünfTage bestand der auf die Ereignisse vorbereitete Feldmarschall Graf Radetzky mit der helden-müthigen Garnison einen blutigen Strassenkampf. Am 21. kam die Kunde von dem Anzuge KarlAlberts, Königs von Sardinien, welcher an Österreich den Krieg erklärt hatte; Radetzky, dernicht eine Stadt, sondern die ganze Provinz seinem Kaiser erhalten wollte, trat in der Nachtvom 22. auf den 23. den Rückzug an, und nahm am 24. Stellung hinter der Adda.

Auf die Nachricht des allgemeinen Ausbruches der Revolution in den meisten Städten, vondem Abfalle vieler Theile italienischer Regimenter, von dem Einmärsche Karl Alberts inder Lombardie, konnte Feldmarschall Graf Radetzky blos defensiv handeln und zog sich mitden Truppentheilen seines 1. Armeecorps, die er bereits concentrirt hatte, nach Verona,nachdem er die Mantuaer Garnison durch eine Brigade verstärken liess. Am Mincio blieb eineBrigade stehen; der Feldmarschall vereinigte sich am 2. April mit Feldmarschall - LieutenantdAspre, der, Padua freiwillig räumend und mit richtigem Blicke die Nothwendigkeit erkennendVerona zu sichern, mit dem grössten Theile seines Armeecorps herbeigeeilt war. Die Armeezählte, bei Verona concentrirt, 25,000 Mann.

Zur Deckung der Verbindung mit Tirol stellte Radetzky bei Pastrengo eine Brigade auf.Br selbst liess Verona in den möglichsten Vertheidigungsstand setzen und wollte das Kommendeabwarten. Karl Albert überschritt mit 40,000 Mann (8 Brigaden stark) am 25. März denTessin und drängte am 8. April unsere Nachhut bei Goito am Mincio zurück. Er, der dem

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