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2 (1857)
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827
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X.

Siebente Periode. Der vierte Krieg gegen Frankreich

( 1809 ).

Der Friede von Tilsit 1806 schien die Abhängigkeit des europäischen Festlandes von Frank-reich fest gegründet zu haben. Österreich konnte es nicht verkennen, dass der Boden unter ihmsich auszuhöhlen begann. Es konnte jetzt schon fühlen, dass, nachdem ganz Deutschland, seitdem unglücklichen Feldzuge 1806 auch Preussen die Oberherrschaft des Kaisers der Fran-zosen anerkannte, der Welteroberer auch den völligen Sturz Österreichs herbeizuführen beab-sichtige.

Der Friede von Pressburg vom 26. December 1805 war, wie wir wissen, mit sehr grossenOpfern erkauft worden; wie wenig diese Opfer aber genügt hatten Österreich gegen künftigeKriege mit Frankreich sicher zu stellen, bewiesen die fortwährenden gewaltsamen Eingriffe undUmgestaltungen, welche sieh Napoleon in den seinem Einflüsse unterworfenen Staaten erlaubte.Die Errichtung des Rheinbundes unter Frankreichs Protectorat, der erwähnte Krieg mit Preus-sen, welcher diesen Staat an den Rand des gänzlichen Unterganges brachte, das Continental-System, Napoleons Usurpationen in Neapel, der batavischen Republik, Hannover undSpanien, mussten den Kaiser Franz mit der gegründeten Besorgniss erfüllen, dass Napoleonin vielleicht nicht ferner Zeit das bereits geschmälerte Erbe des Hauses Habsburg von Neuemangreifen werde. Kaiser Franz, II. dieses Namens als deutscher Kaiser, legte die Krone Karlsdes Grossen nieder, da ihm das Reich unter den Füssen gewichen war, und rüstete sich alsKaiser Franz I. von Österreich zum neuen Kampfe. Dieser musste blutiger wie je, gefähr-licher wie nicht zuvor werden, weil Österreich das ganze Gewicht dieses Krieges gegen Frank-reich und seine vielen deutschen Verbündeten allein trug. Dennoch war man in "Wien hoch-herzig genug vor einer Entscheidung nicht zurückzubeben, die, falls sie ungünstig ausfiel, denKaiserstaat an den Rand des Abgrundes drängen konnte. Österreich vertraute auf sein gutesRecht, auf die Treue und Opferfreudigkeit seiner Völker und auf den vielerprobten Geist seinesHeeres!

Obgleich der Pressburger Friede Österreichs Gebiet und Volksmenge um ein Namhaftesgeschmälert hatte, so konnte dasselbe doch 300,000 Krieger ins Feld stellen.

Schon in der zweiten Hälfte des Februar 1809 zeigte sich die Absicht, den Kampf bald zubeginnen, bereits unverhohlen, und die Armee wurde am 1. März auf den Kriegsfuss gesetzt.Eine wesentliche neue Einrichtung war die Eintheilung der Armee in Armee-Corps,deren jedes, für sieh ein Ganzes, sämmtliche Waffengattungen in sich begriff. Diese Armee-Corps hatten ihre eigene innere Verwaltung und waren so beschaffen, dass jedes, von derHauptarmee getrennt, einzeln operiren konnte, mit dieser vereint aber dem allgemeinen