1722
und 14,000 Mann unter liiiiliger am Wierpz. Die polnische Armee unter Skrzynccki hatte siehnach der unglücklichen Schlacht von Ostrolenka am 26. März in Warschau neu organisirt, war
40.000 Mann stark und nach dem misslungenen Versuche des Jankowski, die Russen unterGeneral Rüdiger zurück zu drängen, zum grössten Theil bei Warschau versammelt. Paske-witsch, kühner und thatkräftiger als sein Vorgänger in der letzten Zeit seines Lebens, entschiedsieh sofort auf das linke Weichselufer zu gehen und dann gegen Warschau zu marschiren. Sogefahrvoll auch die Ausführung dieses Planes war, denn die Oporationsbasis wurde dabei gänzlichaufgegeben, so fand doch Paskewitsch nur in dieser Massregel die Möglichkeit den Feldzugin kurzer Zeit zu endigen. Am 4. Juli brach das russische Heer in 4 Colonnen von Narew auf,am S. erreichte Paskewitsch mit dem Gros seiner Armee Ploek und verweilte hier einigeTage, während dicht an der preussischen Grenze Alles zum Übergang über die Weichsel vorbe-reitet wurde. Am 11. verliess er Plock und ging am 17. bei Osielc über die so eben beendigteSchiffbrücke. Der polnische Obergeneral tliat nichts Wesentliches, um die Russen bei dieserOperation zu stören. Er hatte beschlossen, den Russen erst unter den Mauern von Warschau dieentscheidende Schlacht zu liefern und sich zuvor auf die vereinzelten Corps der GeneraleRüdiger und Golowin zu werfen. Kaum aber hatte er Letzteren bei Siedlce erreicht, als ihndas Vordringen des russischen Hauptheeres nach Warschau zurückrief. Der russische Feld-marschall war von -Osiek in 3 Colonnen gegen Lewicz, zehn Meilen westlich von Warschau, vor-gegangen und hatte hier am 3. August seine Armee concentrirt. Etwa vier Meilen davon beiSochaczew stand die polnische Armee, 49,000 Mann stark. Paskewitsch, wiewohl an Artilleriebedeutend überlegen, konnte ihr nur 46,000 Mann entgegenstellen ; er erwartete aber bedeutendeVerstärkungen, und fmg an sich in der Stellung an der Bzura zu verschanzen. Die Polenversäumten den letzten Moment, sich unter vortheilliaften Verhältnissen zu schlagen, undDembinski, der an Skrzynecki’s Stelle zum General en Chef ernannt worden war, führtein der Rächt vom 16. zum 17. August das Heer nach Warschau zurück. Hier beschloss manunbegreiflicher Weise Romarino mit 20,000 Mann und Lubiensky mit 3000 Mann auf dasrechte Weichselufer zu entsenden, und schwächte sich im Augenblicke der Gefahr so, dass nur
35.000 Mann zur Vertheidigung von Warschau übrig blieben. Dies war für Paskewitschder günstige Augenblick zum Angriff, er liess ihn nicht unbenützt. Am 6. und 7. Septemberwurde Warschau gestürmt. Am 8. ergab sich die Stadt, und am 9. marschirte das polnischePleer, noch 23,000 Mann stark, von Praga nach Modlin. Trotz einer Armwunde, die Paske-witsch am zweiten Tage der Erstürmung Warschau’s durch eine Kanonenkugel erhalten hatte,wesshalb er auch dem General Toll das fernere Commando an diesem Tage überlassenmusste, war er doch unablässig thätig, von diesem entscheidenden Siege auch alle Vortheile zuziehen. Schon am 17. September wurde Romarino gezwungen die Waffen auf österreichi-schem Boden niederzulegen, und jetzt ■waren nur noch die Trümmer der in sich zerfallenen Haupt-armee zu vernichten. Diese verliessen am 21. September Modlin und zogen sich nach Plock zurück.Paskewitsch eilte sie zu erreichen, er selbst folgte ihnen mit 30,000 Mann auf dem rechtenWeichselufer, während der General Pallien auf dem linken mit 15,000 Mann vorging. Diepolnische Armee aber war ohne allen moralischen Halt und Kraft, hielt nirgends Stand undstreckte am 5. October auf preussischem Grund und Boden die Waffen. Kaiser Nikolauserhob den sieggekrönten Feldherrn unter dem Namen Warzawsky in den Fürstenstand undernannte ihn zum Statthalter des Königreiches Polen. Als solcher vollzog er am 26. Februar 1832das organische Statut, welches Polen mit Russland vereinigte und die eigentliche abgesonderteVerwaltung dieses Königreiches feststellte. Hierauf wurde der Fürst zum Präsidenten des neu