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XI.
Achte Periode. Der Krieg zwischen Frankreich und, Russland 1812.
Die grosse Allianz 1813—1815.
Das Jahr 1812.
Iler unglückliche Verlauf des Krieges im Jahre 1809 und dessen Folgen, der am 14. October des-selben Jahres zu Wien Unterzeichnete Friede, hatten dem österreichischen Kaiserreiche Opferauferlegt, welche allein durch die in dom kurzen aber schweren Kampfe neuerdings so helden-müthig erprobte Hingebung des kaiserlichen Heeres und die unerschütterliche Anhänglichkeitund Treue der Völker an das angestammte Kegentenhaus aufgewogen werden konnten. Durchden Wiener Friedensschluss wurden abermals Tlieile von dem Gesammtreiche losgerissen, welcheden Werth wesentlicher Bedingungen für dessen Bestehen und Gedeihen hatten.
Als die empfindlichste Einbusse galten die Verluste, welche Österreich an seiner westlichenGrenze erlitt; die Lostrennung der unter dem Scepter des französischen Kaisers getretenen illyri-schen Provinzen, ausgedehnt von der Grenze Kärhthens bis zur Einmündung der Save in dieDonau; die Trennung Österreichs vom adriatischen Meere. Ein geheimer Artikel des Vertragesvom 14. October beschränkte nebstbei die österreichische Heeresmacht auf die nicht zu über-schreitende Zahl von 150,000 Mann aller Waffengattungen. Das Kaiserreich schien sonach demTodesschlummer überantwortet zu sein. Im Käthe der Vorsehung war sein Schicksal andbrsbeschlossen. >
Kurz nach der Rückkehr Napoleon’s nach Paris erfuhr Frankreich durch einen SenatusConsult (16. December) die Aufhebung der von der Kirche niemals gültig befundenen EheNapoleon’s mit der Kaiserinn Josephine.
Nach kurzer Frist langten zu Wien die ersten Eröffnungen Napoleon’s über seinen Wunschan, die Hand der Frau Erzherzoginn Maria Louise zu erhalten.
Von der auf eine Erzherzoginn gefallenen Wahl des Wclten-Eroberers war eine hohe poli-tische Bedeutung unzertrennlich.
Ausser der iberischen Halbinsel, wo um das Land noch mit abwechselndem Glücke gekämpftwurde, und den nach dem Tilsiter Frieden noch übrigen, theilweise unter dem Drucke französi-scher Besatzungen in den Festungen stehenden Resten der preussischen Monarchie, war Österreichauf dem europäischen Continent für die Eroberungssucht Napoleon’s das einzige noch verfüg-bare Object.