1718
war, dass die alliirtcn k. k. Truppen bereits glänzende Siege in Siebenbürgenerfochten haben mussten. Der Muth und die Ausdauer der Garnison wurde hier-durch von Neuem gestählt, und bald sollte sie für ihre Tapferkeit und Treue, mitwelcher sie unter unsäglichen Beschwerden und Entbehrungen vier Monate langdiesen Platz behauptete, durch Befreiung von aussen belohnt werden. Nach einigenschwachen und vergeblichen Versuchen erneuerter Bcschicssung und Erstürmungnahm die Thätigkeit des Feindes plötzlich und auffallend ab. Überläufer brachtendie frohe Kunde von den Siegen unserer Waffen. Am 20. gewahrte man deutlichViehtransporte und unzählige Bagagewägen tlieils nach Norden, theils nach Südenziehen. Es war die Räumung ITermannstadts. — Endlich, in der Nacht vom 25.zum 26. hob Stein die Cernirung auf, brach die Brücke von Maros-Porto ab undconcentrirtc sein Corps bei Mühlenbach, um den letzten Widerstand gegen die vonIlermannstadt anrückenden Russen zu versuchen. Nach dem Gefechte bei Mühlen-bach am 12.August, in welchem Stein’s Truppen den Vernichtungsstreich empfin-gen, besuchte General der Infanterie Lüders die Festung, um dem ehernenCom-mandanten und der braven Garnison seinen und den Dank der Armee zu zollen.
Der sechsundsiebzigjährige Oberst von August hatte als Seele dieser ruhm-vollen Vertheidigung der Besatzung durch Umsicht, Entschlossenheit und rast-lose Thätigkeit vorangeleuchtet, und durch die Unerschrockenheit und Verachtungjeder Gefahr, womit er bei Tag und Nacht bei jedem Ereignisse die Wälle besuchteund die Besatzungsmannschaft ermuthigte, dieses glänzende Resultat erzielt. Grosswaren August’s Verdienste um die Erhaltung der Festung, nicht minder gross derLohn, der seiner harrte.
Die Huld des Monarchen erwies sich in der Verleihung des Ordens dereisernen Krone 2. Classe, in der im November 1849 erfolgten Beförderung zumGeneral-Major und endlich in der auf Vorschlag des Capitels vom Jahre 1850stattgehabten Betheilung mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens,dem am 3. August 1850 der statuteiamässige Freiherrnstand folgte.
Nachdem dieser ausgezeichnete Soldat seiner Pflicht mehr als Genüge gothan,trat er im Juli 1851 in den wohlverdienten Ruhestand, beschloss aber sein Lebenzu Wien schon am 12. März des folgenden Jahres.