Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
1373
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Der Marsch fand am 23. nur zu Mclegnano einen kleinen Widerstand, wo dieverrückten Einwohner den Obersten Grafen V\ ratislaw, der um Lebensmittel fürdie Truppen voranging, sammt Begleitung gefangen nahmen, bald aber durch denSturm mehrerer Bataillone zur Unterwürfigkeit gebracht wurden. Ohne Umständewurde am 24. Lodi passirt und hinter der Adda ein Lager bezogen.

Hier trafen den Feldmarsehall die Unglücksboten aus Venedig, Osopo, RoccadAnfo u. s. w., und die Nachrichten von dem Abfälle so vieler (17 von 20 Batail-lonen) italienischer Truppen zu Ucline, Trcviso, Crcmona, Venedig, Padua, Bres-cia. Am härtesten traf wohl der Schlag vom Falle Venedigs, und so war denn desBleibens an der Adda nicht mehr.

Das Land bis an den Mineio musste aufgegeben werden; da war auch dieGrenze des Rückzuges für das 1. Armcccorps. Es wäre nicht auf die Länge zuhalten gewesen, und am 2. April traf denn Radetzky zu Verona ein. Hier fandsich auch das 2. Armeecorps, durch dessen schnelleConcentrationGeneral dAspreVerona gerettet hatte, von dem die ganze Zeit über fast keine Nachricht an denFeldmarschall hatte gelangen können, und das nun mit Bewaffnung und Versor-gung vollauf beschäftiget war.

Ich bin, sagte Radetzky in seiner Ansprache andicArmee,aus höherenRücksichten der Kriegskunst als General gewichen; nicht ihr ihr seid nichtbesiegt und werdet es nicht sein. Wenn wir uns gesammelt, geordnet haben ; wenndie Lücken ausgefüllt sein werden, welche der schnöde Vcrrath in unsere Reihengebracht, wenn wir wissen, wie die Dinge in unserem eigenen Vaterlande stehen;dann werden wir uns umwenden und Rechnung halten mit unseren Feinden.

Und so geschah es!

Karl Albert war am 25. März über den Ticino gegangen; in 2 Colonnenfolgte seine Armee in kleiner Entfernung der österreichischen nach, mit der siedann am Mineio zusammenstioss.

Den ersten Säbelhieb mit den ehrgeizigen Nachbarn zu wechseln war demObersten von Ben cd ek, des Regiments Gyulay, bestimmt. Bei einer Recognos-cirung gedachte er das von den Sarden besetzte Marcaria zu überrumpeln. Dies ansich wurde durch einen Bauer vereitelt, aber dennoch drangen die Österreicherim Orte ein, führten ein Dutzend Reiter gefangen wog, alarmirton das ganze Corpsund hätten beinahe den General Bava selbst festgenommen, der nur mit genauerNoth sich rettete.

Am 7. April rückte die feindliche Armee in mehreren Colonnen gegen denMineio vor; Bava sticss am 8. auf unsere Vorposten, die sich nach Goito zurück-zogen. Dies musste genommen werden, wollten die Piemontescn den Mineio über-schreiten. Auf die Nachricht dieses Angriffes liess der Fcldmarschall seine verfüg-baren Truppen nach Villafranca aufbrechen. Er war zur Schlacht bereit, aberGeneral Bava vermied sie, und Radetzky, der mit seiner Armee dauernde