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Initiative noch nicht ergreifen konnte, trat am 10. wieder den Rückzug nachVerona an.
Karl Alb ert hatte denMincio überschritten. Nunmehr sollte seine und seinesHeeres eigentliche offensive Thätigkeit beginnen. Gleich anfangs zeigte sich diegrösste Unentschiedenheit in den Massnahmen, in den Zwecken. Endlich ging mauan die Belagerung Peschiera’s. Dies, wie die Art derselben, gehören zu den bemer-kenswerthesten Missgriffen in der Kriegsgeschichte eines ganzen Jahrhunderts.
Auch nach Mantua unternahm Kar 1 A1 b er t eine Recognoscirung. Sie konnteihn in den sanguinischen Hoffnungen keinesweges bestärken.
Zwischen der Etsch und dem Mincio hatte Radetzky indessen seine Stellunggenommen, und erwartete so die Ankunft der Reserve-Armee unter Feldzeug-meister Nugent. Die Verbindung mit Tirol deckte die Brigade Wohlgemuth heiPastrengo, welche den Angriffen der Feinde trotzte und durch die Brigade Erz-herzog Sigismund verstärkt wurde, da der Feind durchaus die Höhen desgenannten Ortes in Besitz haben wollte. Der Verlauf des Gefechtes ist bei Feld-marschall-Lieutenant Wohlgemuth (s. d.) geschildert.
Auf der Front beider Armeen hatte, kleine Plänkeleien ausgenommen, Ruhe
geherrscht. Die Nachrichten von den "Wirren der Monarchie hatten indess den©
offensiven Muth des safdinischen Königs gestärkt. Er beschloss einen grossenSchlag zu führen, und durch die Wegnahme von Verona dem Kampfe ein schnellesEnde zu machen.
Diese Pläne zu vernichten, war nun die Aufgabe des Fcldmarschalls.
Bei Stal Lucia am 6. Mai hatten die Piemontesen eine Lehre empfangen, dienicht leicht wieder einem Feinde, er sei denn so übermüthig wie sie, zu Tlieil wer-den dürfte. Die Österreicher hatten Wunder der Tapferkeit geleistet; 12 schwacheCompagnien hatten drei, dann fünf Brigaden durch drei Stunden mit Erfolg aul-gehalten, ihr Mutli wurde geweckt durch die Lust, die grossrednerischen Gegneretwas herabzustinnnen, durch die vortreffliche Disposition des Feldmarschalls unddurch die Gegenwart mehrerer Mitglieder des kais. Hauses, darunter die desKronprinzen, jetzt Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph.
Durch diesen Sieg war die österreichische Armee von dem Andringendes Gegners befreit. Mit ihm trat der Kampf in ein neues Stadium. Der Glücks-stern Karl Albert’s war gesunken, und die Offensive des Feldmarschallsbegann mit diesem Augenblicke. Wenngleich dieselbe nicht sogleich ins Merkgesetzt wurde, da noch Truppenverstärkungen erforderlich und im Anzuge waren,so war sie doch vorhanden, da die offensive Rolle Karl Albcrt’s nunmehrgeendet hatte.
Bevor die Offensive mit der Ankunft der Reserve ergriffen wurde, suchteRadetzky seine Operationsbasis, Verona, durch Befestigungen zu stärken, undweiters zur Sickerung Tirols und der Ufer des Gardasees eine Flottille auf diesem