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Die schnelle Folge der Kriegsereignisse lässt auch den Grafen um so öfter inder Reihe der vorzüglich tüchtigen und mit Auszeichnung genannten Officiercerscheinen. Seine Tapferkeit, bei Novi (15. A.ugust) bewiesen, erwarb ihm späterdas Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens, seine Bravour bei Genola(4. November) den Rang eines Obersten, und die kühne Leitung einer Sturm-colonne auf Varaggio (10. April 1800) die Ernennung zum Regiments-Com-mandanten von Herzog Albert-Kürassier.
Uber die That bei Novi heisst es: „Als General-Adjutant des Generals derCavallerie Baron Melas hatte Radetzky seine Obliegenheit mit rastloser,immer gleich angestrengter Thätigkcit erfüllt, bei jeder feindlichen Vorfallenheitdie vorzüglichsten und hilfreichsten Dienste geleistet, besonders aber in den Schlach-ten an der Trebia, bei Novi und Genola wesentlich zum Siege beigetragen.Namentlich war Radetzky’s Verdienst in der Schlacht bei Novi ein für den Tagden Ausschlag gebendes. Feldmarschall Suworow hatte die in Reserve gestan-denen Truppen des Generals der Cavallerie Melas — nachdem der Sieg schonzweifelhaft wurde •— gegen die vom Feinde besetzten und mit vielem Geschützegekrönten, Novi beherrschenden Höhen stürmend vorzurücken angeordnet.“
„Da aber Radetzky durch die äusserst vortheilhafte feindliche Stellung beider Befolgung dieser Anordnung ein Misslingen des Angriffes um so mehr besorgte,als jede zu dieser Stiirmung bestimmte Truppe bei der Formirung schon dem feind-lichen Feuer ausgesetzt war, glaubte er nur im Interesse der guten Sache, nebender darüber vorzustellenden Abgehung für den anbefohlenen Angriff den Vorschlagzu machen: mit einigen Bataillonen den Feind auf seinem rechten Flügel zu beschäf-tigen, mit der Stärke der erübrigten Truppen aber die begünstigte Lage der Gegendzu benützen und den Feind ohne Zögern und unentdeckt im Rücken zu umgehenund anzugreifen. Dieser Vorschlag wurde in der Durchführung ganz beibehaltenund der verloren geglaubte Sieg errungen.“
"Von diesem Jahre an bis 1805 trat für Radetzky’s unermüdete Thätigkeitvor dem Feinde ein Stillstand ein, der jedoch mit einem neuen Avancement endete.Während des genannten Zeitraumes befand sich das Regiment des Grafen fort-während in Odenburg, wo er es übernahm, dasselbe in wissenschaftlicher undtaktischer Hinsicht auszubilden und für .neue Kämpfe vorzubereiten. Allein einebaldige Trennung von diesem Ilegimente, das ihn kindlich verehrte, musste folgen.Oberst Graf Radetzky ward am 1. September 1805 als General-Major und Bri-gadier zur Armee des Erzherzogs Karl nach Italien versetzt, nach deren mit demPressburger Frieden erfolgten Auflösung er in gleicher Eigenschaft nach Wien kam.
Als der Krieg von 1809 begann, ward Radetzky dem bei Budweis concen-tnrten Armeecorps unter Erzherzog Ludwig zugetheilt, übernahm aber in derfolge das Commando des Vortrabes bei Braunau. Er trieb die bayerischen Vor-posten nach Pfeffenhausen zurück und hielt auf dem Rückzüge der Hauptcolonne