1359
erwähnte Vereinigung bereits stattgefunden, am 14. Juli an, wurde aber von der Übermachtzurückgedrängt und zog sich nach Tittel und auf das rechte Donauufer.
Die seit 1. April eingesclilosscne Festung Arad musste sich am 1. Juli ergeben, da keine.Hoffnung auf Entsatz vorhanden und die Noth aufs Höchste gestiegen war.
Im raschen Siegesläufe rückte Feldzeugmeister Haynau auf Szegedin, das 1. Corps decktedie linke Flanke bei Czibakhäza, das 3. Corps war über Theresiopel nach Kanisa dirigirt. Schonam 3. August erkämpfte die Hauptarmee den Übergang bei Szegedin, am 5. schlug sie den30,000 Mann starken Feind bei Szöreg, das 3. Corps hatte den Übergang bei Ivanisa am 3. und5. erzwungen, das 1. Corps war schon am 4. in Mako und bedrohte die Rückzugslinie dos Fein-des. Koch einmal hielt derselbe bei Temesvär Stand und efe wurde hier am 9. die letzteSchlacht geschlagen, welche die Vernichtung der Insurgenten zur Folge hatte. Der FestungTemesvär war das freudige Loos bescliiedon, bis zu ihrem Entsätze ausharren zu können.
Der Ban hatte bei Tittel ein Lager bezogen. Feldmarsehall-Lieutenant Dietrich verthei-digte mit 3 Brigaden die Defileen von Mossorin und Villova und den Brückenkopf von Tittel.Hier widerstanden am 23. Juli diese licldenmüthigen Schaarcn den Angriffen einer bedeutendenÜbermacht. Nach dem siegreichen Vordringen Haynau’s besetzte der Ban Perlasz und Pancsovaund vereinte sich am 16. August mit der llauptarmee in Üjpccs.
Während die Hauptmassen der Insurgenten im Osten Ungarns ihrem sicheren Untergangeentgegen gingen, zog Feldzeugmeister Graf Nugent mit dem 2. Reservecorps, 9000 Mann,gegen Stuhlweissenburg und pacificirte die umliegenden Ortschaften. Ivlapka, der in IComornmit 18 — 20,000 Mann und 54 — 50 Feldgeschützen geblieben’ war, drängte am 3. August dasschwache Cernirungscorps bei Puszta-Harkäly zurück; zwei Brigaden zogen sich nach Press-burg, eine nach Pered. Komorn war wiederholt entsetzt. Die Insurgenten besetzten Raab undstreiften an beiden Donauufern. Dieser Umstand war wohl ohne Einfluss auf die Operationen derHauptarmee, verbreitete aber Schrecken an den Grenzen.
Görgey ; von der russischen Hauptmacht gedrückt, versuchte sich mit dem bei Temesvärgeschlagenen Bern und Dembinsky bei Lugos zu vereinigen. General der Cavallerie GrafSchlik vereitelte dieses Vorhaben, da er dessen aus Arad debouchirende Avantgarde bei Drei-spitz zurücktrieb. Görgey ergab sich am 13. August den Russen bei Vilägos, am 17. capitulirteArad. Die Schlacht bei Temesvär und die Katastrophe bei Vilägos schlossen den Insurrections-krieg und hatten die Entwaffnung der übrigen feindlichen Corps in Ungarn und die Übergabevon Munkäcs und Peterwardein zur Folge. Feldzeugmeister Nugent versammelte nun beiKomorn ein Corps und sollte die Belagerung der Festung mit allem Eifer betreiben. Um ferneresBlutvergiessen zu verhindern, bewilligte Se. Majestät der Besatzung eine günstige Capitulation,und auch diese Festung gelangte am 4. October in vollständigen Besitz der kaiserlichen Truppen.
Dies war der letzte Act eines unheilvollen, durch die Ehrsucht eines Schwätzers herauf-beschworenen Krieges, — eines Bürgerkrieges, in welchem Unterthanen Eines gekrönten Hauptes,Söhne eines und desselben Vaterlandes, Männer, welche an dieselbe Fahne der Schwur ewigerTreue barid — Brüder gegen Brüder — in erbitterter Feindschaft und im blutigen Vernichtungs-kampfe einander gegenüberstanden.
Es erübrigt uns noch auf den Kampf in Siebenbürgen einen Blick zu werfen. Hier hattensich im October 1848 die Szekler den Ungarn angeschlossen, um vereint den sogenannten Aufstandder Romanen zu unterdrücken. Gering waren die kaiserlichen Streitkräfto, welche Siebenbürgenlertheidigen sollten. Während der commandircnde Feldmarschall - Lieutenant Freiherr von