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2 (1857)
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1355
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Brescello und die Festung Piacenza besetzen (wozu 10,000 Mann hinreicliten), das flache Landder Lombardie frei zu lassen und alle übrigen Truppen am unteren Ticino zu Versammeln, um mitihnen nach Umständen defensiv oder offensiv zu operiren.

Diesem Plane gemäss waren die mittlerweile wieder ergänzten Truppen so aufgestellt wor-den, dass sie binnen S Tagen an irgend einem Puncte des Ticino vereinigt sein konnten. Alsnun dem Feldmarsehall die besagte, sonderbarerweise nicht vom Könige von Piemont, sondernvon dessen Ministerium gezeichnete, von dom österreichischen Heere mit unbeschreiblichem Jubelaufgenommene Kündigung eingehändigt wurde, liess er den Truppen augenblicklich die bezüg-lichen Marschbefehle zusenden.

Zugleich erhielt Graf Radetzky die Nachricht, dass sich die ihm überlegene feindlicheArmee getheilt habe, die Hauptmacht am linken Po-Ufer zwischen Vercelli, Novara und Vigc-vano versammle und mit einem kleinen Theile am rechten Ufer gegen Parma vorriieke, um beiBrescello den Po im Rücken des österreichischen Heeres zu überschreiten.

Da dieser Umstand die Absicht des Feldmarschalls wesentlich unterstützte, so war er nunfest entschlossen, die feindliche Hauptmacht am linken Po-Ufer jenseits des Ticino selbst anzu-greifen, dann, im Falle es ihm gelingt, diese zu schlagen, dem am rechten Po-Ufer vorrückendenFeinde im Rücken zu folgen oder sich gegen Turin zu wenden.

Um aber den Feind zu täuschen und das glauben zu machen, was man in Mailand fürgewiss annahm, nämlich: dass sich das österreichische Heer wieder hinter die Adda zurückziehenwerde, liess er den 1G. und 17. März blos die Vorhut wie zur Deckung eines Rückzuges amTicino stehen, verlegte das schreibende Hauptquartier nach Crema und brach am Morgen des18. mit den in und um Mailand stehenden Truppen gegen Lodi auf.

Während man nun in Mailand diese Bewegung natürlich als eine rückgängige ansah unddem feindlichen Hauptquartiere als solche mittheilte, zogen sämmtlichc zur Offensive bestimmtenTruppen am IS. und 19. auf den Strassen von S. Angelo, S. Colombano und Binasco vor- undseitwärts gegen Pavia und trafen dort am Abend des 19. ein

Feldmarschall Graf Radetzky hatte somit eine Macht von 60 Bataillonen, 42 Schwa-dronen und 18G Geschützen vereinigt. Diese Truppen waren in folgende fünf Armcecorps em-getlieilt:

Das erste Armeecorps unter General der Cavallorie Grafen Wratislaw (18 Bataillone)8 Schwadronen, 42 Geschütze); das zweite Baron dAspre (17 Bataillone, 14 Schwadronen,42 Geschütze); das dritte Baron Appel (12y 3 Bataillone, 4 Schwadronen, 42 Geschütze); dasvierte Graf Thum (7Y 2 Bataillone, 4 Schwadronen, 24 Geschütze); das erste Reservecorps, vonV ocher, mit der sämmtlichen Geschütz- und Munitions-Reserve (5 Bataillone, 12 Schwadronen,3G Geschütze). Die Brigade Görgor der Division Wohlgemutli hielt den oberen Ticinobesetzt; schwache Reiter-Abtheilungen standen unter dom Feldmarschall - Lieutenant GrafenSehaffgotsche am mittleren und unteren Ticino.

Im österreichischen Hauptquartiere war man über die Stärke und Stellung des 'Feindesim Allgemeinen ziemlich genau unterrichtet. Das piemontesische Heer war während der Zeitdes Waffenstillstandes neu gebildet, bis über 100,000 Mann vermehrt worden und mit allenBedürfnissen hinlänglich versehen. So wie im früheren Feldzüge führte auch diesmal KarlAlbert den Oberbefehl desselben, hatte sich aber den polnischen General Chrzanowsky inder Eigenschaft eines Major-Generals beigesellt.

Die Hauptmacht des Feindes war bei Novara zusammengezogen. Die Vorhut-Brigade(Solaroli) stand bei Oleggio; die Lombarden-Division Ro marin o am rechten Po-Ufer und