Ungeachtet des aus einigen Häusern am Ufer unterhaltenen feindlichen Gewehr-feuers landeten unsere Seesoldaten ohne Zeitverlust. Nachdem dieses zweiteDetachement, vereint mit einer Abtheilung Engländer, in dem sehr grossen undsolid gebauten Hause des österreichischen Vice-Consuls Cattafago am Eingängeder Stadt als Reserve und Deckung eines allenfallsigen Rückzuges aufgestellt■wurde, drang der Prinz an der Spitze seines ersten Detachements und einigerEngländer gegen das Bergcastell vor, welches er erstieg und wohin auch bald eineandere Abtheilung Engländer kam, die von der Nordscitc in die Stadt oingedrun-gen war. Die türkischen Truppen rückten hier auf der Seite des Wasscrcastells indie Stadt. Um 6 Uhr war er im vollen Besitze desselben. Die noch in den Häusernbefindlich gewesenen Araber kamen nach und nach zum Vorschein und ergabensich, andere wurden in den Gassen angegriffen. Von den 2000 Mann, aus welchendie Besatzung bestanden haben mochte, wurden 1500 Mann gefangen genommen.„Ich kann,“ bemerkt der erlauchte Prinz in seinem Tagebuche, „die Bravour, dieKaltblütigkeit des Schiffs-Fähnrichs Pöltl nicht genug loben, welcher ungeachtetder Schwierigkeiten des Terrains das Ufer kühn erstieg und mit seinem Detache-ment, trotz des heftigen Feuerns aus den Häusern, in die Stadt eindrang und so dennachfolgenden Engländern den Weg bahnte, um in die engen und finste-ren Gassen vorzurücken.“
Dieser ausgezeichneten Waffenthat wurde amtlich in Napier’s Berichtauch nicht mit einer Silbe gedacht, in vertraulichen Schreiben dagegen an denErzherzog Karl und an den Staatskanzler Fürsten von Metternich der Helden-muth und das seemännische Geschick des Erzherzogs und die Bravour seinesMarine-Detachements, besonders aber die zerstörende Wirkung des österreichi-schen Artilleriefeuers auf Wärmste anerkannt und zugleich der Wunsch aus-gedrückt, den Prinzen bei jeder künftigen Unternehmung wieder an der Seitezu haben.
Sobald der Ordcnskanzler Fürst von Metternich hiervon Kenntniss erhaltenhatte, richtete er an Se. Majestät nachfolgenden allerunterthänigsten Vortrag:
„Die ehrenvolle und eifrige Verwendung des Herrn Erzherzogs Friedrich,als Capitän der Fregatte „Gucrriera“, welche einen Bestandthcil der k. k. Escadrcin der Levante bildet, ist so eben durch eine persönliche Waffenthat Sr. k. Hoheitgekrönt worden, welche mir es zur Pflicht macht, die AufmerksamkeitEurerMajestätauf den bemeldeten Sprössling des Kaiserhauses zu lenken, welcher in dieFussstapfenso vieler glorreicher Ahnen und insbesondere in jene seines erlauchten Vaters tritt.Mein unmassgeblicher Antrag geht dahin, dass aus Rücksichten, sowohl fürden jungen Herrn Erzherzog, als zur Aufmunterung für die Armee, und die jetztin Thätigkeit stehende k. k. Marine, Sr. k. Hoheit wegen der Waffenthat zu Saidaeine besondere Auszeichnung werde. Dieselbe könnte meines Erachtens am geeig-netsten in der Verleihung des Ritterkreuzes des militärischen Maria